Anzeige gegen ehemalige Chefs des Hahn: Steuerzahlerbund wirft früheren Geschäftsführern Untreue vor

Anzeige gegen ehemalige Chefs des Hahn: Steuerzahlerbund wirft früheren Geschäftsführern Untreue vor

Der rheinland-pfälzische Steuerzahlerbund hat die ehemaligen Geschäftsführer des Flughafens wegen Untreueverdachts angezeigt. Hintergrund ist ein Kredit an eine Frachtfluggesellschaft, die kurz danach pleitegegangen ist.

René Quante lässt in Sachen Hahn nicht locker. Der Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Steuerzahlerbunds will wissen, wie es zu dem Fünf-Millionen-Euro-Kredit der Flughafengesellschaft an die auf dem Hahn beheimatete Frachtfluggesellschaft Air Cargo Germany (ACG) gekommen ist. Im Sommer ging ACG pleite. Der Hahn musste die fünf Millionen Euro abschreiben.

Und das, obwohl der Hahn selbst hoch verschuldet ist und im vergangenen Jahr ein Minus von 5,7 Millionen Euro gemacht hat. Der Steuerzahlerbund hat die beiden ehemaligen Hahn-Geschäftsführer, Jörg Schumacher und Wolfgang Pollety, wegen Untreue bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Koblenz angezeigt. Nach Ansicht von Quante haben die beiden Geschäftsführer im Oktober vergangenen Jahres den Kredit "in höchst fahrlässiger Weise" und ohne Prüfung der Bonität von ACG gewährt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte dem Volksfreund den Eingang der Anzeige. Die jetzige Hahn-Geschäftsführung wollte sich auf TV-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Rethage hat im Februar Schumacher abgelöst. Pollety hat seinen Posten Ende Oktober aufgegeben.

Die Anzeige stützt sich auf Antworten Rethages auf Anfragen des Steuerzahlerbunds. Dieser hatte sich jedoch erst geäußert, nachdem Quante mit einer Klage gedroht hatte. In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, bestätigt Rethage, dass der ACG-Kredit (Laufzeit 29 Monate, Verzinsung 4,5 Prozent) von der damaligen Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden gewährt worden sei. Beim rheinland-pfälzischen Finanzministerium verweist man darauf, dass die Kreditvergabe in die alleinige Zuständigkeit der Geschäftsführung gefallen sei. Eine Zustimmung des Landes als Hauptgesellschafter des Hahn sei nicht erforderlich gewesen.

Hintergrund: "Fünf Millionen Euro für Pleiteunternehmen "

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