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Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: Die kleine Konkurrenz hält nichts vom großen Bruder

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: Die kleine Konkurrenz hält nichts vom großen Bruder

Nicht alle Landwirte in Deutschland sind im Bauernverband organisiert. Ein kleiner Teil ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die sich als Opposition zum Bauernverband versteht.

Trier. Klein, aber fein, so sieht sich die vor 35 Jahren als Gegenbewegung zum mächtigen Bauernverband gegründete Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Die AbL versteht sich als Interessenvertretung für eine nachhaltige, sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft. Der Bauernverband dagegen, sagen die AbLer, vertrete einseitig die Interessen von Großbetrieben und Agrarindustrie.
Wenig verwunderlich, dass die AbL-Erwartungen an den heute beginnenden Bauerntag des schier übermächtigen Konkurrenzverbands gering sind. "Wir haben keine Erwartungen, weil die Spitze des Deutschen Bauernverbandes nach wie vor Klientelpolitik vor allem für Großbetriebe macht", sagt AbL-Geschäftsführer Georg Janßen unserer Zeitung. Deutlich sei dies bei der Umsetzung der Europäischen Agrarreform geworden: Weil Direktzahlungen nicht gedeckelt worden seien, bekämen Großbetriebe auch am meisten Zuschüsse - teils millionenschwere, kritisiert die AbL. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Spitze des Bauernverbands sei sich auch nicht zu schade gewesen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen durchzudrücken. "Mit einer solchen Klientelpolitik riskiert man die Unterstützung der Gesellschaft für die Agrarpolitik als Ganzes", meint Janßen.
Die AbL kritisiert, dass die Landwirtschaft immer stärker auf den kleinen Bereich der Exporte außerhalb der EU ausgerichtet sei. Dadurch bestimmten die weltweiten Ernte- und Exportmengen die Preise hier vor Ort. "Das ist verrückt", sagt AbL-Geschäftsführer Janßen, "weil der größte Teil unserer Lebensmittel regional oder innerhalb der EU gehandelt wird". Um diese Abhängigkeit von weit entfernten Geschehnissen zu verringern, müsse verstärkt auf Qualität und regionale Herkunftskennzeichnung gesetzt werden.
Die AbL hat 2000 Mitglieder, der Bauernverband 350 000. sey