1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Arzthelfer machen in Zukunft Hausbesuche und geben Spritzen

Arzthelfer machen in Zukunft Hausbesuche und geben Spritzen

Das Land reagiert auf den Ärztemangel. Speziell ausgebildete Assistenten sollen vor allem auf dem Land künftig Hausbesuche machen und Patienten untersuchen.

Der Landarzt wird zum Auslaufmodell. Junge Mediziner wollen lieber in die Stadt als etwa eine Praxis in der Eifel, im Hunsrück oder in einem Moseldorf zu übernehmen. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz suchen 47 Prozent der niedergelassenen Ärzte in der Region einen Nachfolger. Und es werden noch mehr. Innerhalb der nächsten zehn Jahre gehen viele von ihnen in Ruhestand; Nachfolger sind nicht in Sicht.

In vielen Orten in der Region wie in Nittel und Reinsfeld (Trier-Saarburg), Lissendorf und Gillenfeld (Vulkaneifel) oder Neuerburg (Bitburg-Prüm) wird es bis 2020 keine Hausarztpraxen mehr geben. Vor allem in Neuerburg verschärft sich die Lage, Mitte des Jahres schließt das dortige Krankenhaus.

Das Land reagiert auf diese Entwicklung. Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hat am Donnerstag sein Zukunftsprogramm Gesundheit und Pflege 2020 vorgestellt. Damit soll die medizinische und pflegerische Versorgung im Land sichergestellt werden.

Dazu beitragen sollen Versorgungsassistenten: Die speziell ausgebildeten Arzthelfer sollen Hausbesuche machen, Patienten untersuchen, Spritzen geben oder Wunden versorgen. Das Land unterstützt die Fortbildung finanziell mit rund 300.000 Euro. In diesem Jahr sollen 180 solcher Assistenten ausgebildet werden. Der rheinland-pfälzische Hausärzteverband, dessen Vorsitzender der Prümer Hausarzt Burkhard Zwerenz ist, steht hinter dem Modell. In medizinisch unterversorgten Gebieten könnten Ärzte dadurch entlastet werden, sagt Zwerenz.

Zuästzlich sollen in ländlichen Regionen Krankenhäuser die Grundversorgung leisten. Modellprojekt in der Region ist das St.-Josef-Krankenhaus in Hermeskeil (Trier-Saarburg). Dort sollen künftig Patienten auch verstärkt ambulant versorgt werden. Ziel sei es, gerade kleine Krankenhäuser zu erhalten, sagte Schweitzer.

Lesen Sie auch unseren Hintergrund .