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Auf dem Hahn herrscht gähnende Leere

Auf dem Hahn herrscht gähnende Leere

Die Aschewolke über Europa hat nicht nur den Heimflug von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus den USA beeinträchtigt: Sie musste gestern einen Zwischenstopp in Lissabon einlegen. Auch auf dem Flughafen Hahn ruhte der Betrieb.

Hahn. So leer hat man das Terminal-Gebäude am Flughafen Frankfurt-Hahn schon lange nicht mehr gesehen. Nur wenige Fluggäste verirren sich auf den Hahn. Die meisten haben sich im Internet oder durchs Radio schlau gemacht und sind gar nicht erst in den Hunsrück gereist. Einige haben noch spekuliert, dass die Deutsche Flugsicherung den Luftraum über dem Hunsrück-Flughafen ab 14 Uhr wieder freigibt. Doch das Gegenteil ist der Fall. So reisen einige Fluggäste an und müssen unverrichteter Dinge wieder heimfahren.

Die Schlange am Ryanair-Schalter ist im Vergleich zum Donnerstag recht kurz. Das Umbuchen und Stornieren haben viele Reisende bereits im Internet erledigt. So ist nichts los am Hahn. Die Souvenirgeschäfte schließen mittags, die Restaurants und Imbiss-Stationen nutzen die Zeit zum Reinemachen. "Um 11 Uhr kam die Durchsage, dass heute kein Flug mehr stattfindet. Es ist es sehr ruhig", sagt Katrin Junker im Flyer One, dem Restaurant an der Besucherterrasse des Flughafens Hahn.

Von hier aus hat man einen guten Blick aufs Vorfeld, wo die Boeing 737 der Ryanair-Flotte parken - die Triebwerke mit Plastikplanen eingepackt. Ryanair-Pilot Johann Sveinsson hat unfreiwillig einen freien Tag. Der Isländer wohnt seit eineinhalb Jahren in Traben-Trarbach und nutzt die Zeit für einen Familienausflug. Auf den Vulkanausbruch in seiner Heimat angesprochen, meint er: "1821 ist der Vulkan schon einmal ausgebrochen. Damals dauerte es zwei Jahre, bis er zur Ruhe kam." Auf die Frage, wie es ihm denn in seiner Wahlheimat an der Mosel gefällt, sagt er: "Sehr schön. Es gibt hier weniger Vulkane."

Ihren Humor verloren hat auch Margareta Fiedler aus Frankfurt nicht. "Wir warten eben. Eigentlich wollten wir für eine Woche nach Sardinien. Jetzt müssen wir schauen, ob unser Quartier umgebucht werden kann, dann können wir uns um neue Flüge kümmern. Ist halt nicht zu ändern. Aber wir haben Spaß." Verspekuliert haben sich Froncis Kerschenmeyer und Martin Bohler aus Luxemburg. Zusammen mit ihren Ehefrauen wollen sie den Flug nach Tampere/Finnland nehmen. Nun müssen sie stattdessen Schlange stehen, um umzubuchen. Die umliegenden Hotels sind bis unters Dach belegt. "Unsere Warteliste wird immer länger", sagt Maike Müller im B&B-Hotel am Terminal.