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Auftakt zur langen Schlammschlacht

Auftakt zur langen Schlammschlacht

Im Vorwahlkampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur wirft der Bewerber Rick Santorum hin. Damit scheint klar: Die Republikaner werden Mitt Romney als Herausforderer gegen Obama ins Rennen schicken.

Washington. Die Nachricht vom Rückzug des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Rick Santorum war gerade einmal 60 Minuten alt, da meldete sich schon Jim Messina zu Wort. Der Chef-Wahlkampfmanager von Barack Obama ließ keine Zeit verstreichen, um eine Salve gegen Mitt Romney abzufeuern - jenen Fahnenträger der amerikanischen Konservativen, der jetzt so gut wie sicher als Herausforderer des Präsidenten feststeht. "Es ist keine Überraschung, dass es Romney gelungen ist, seine Gegner durch eine Lawine von Negativwerbung zu zerreiben. Doch er wird nicht in der Lage sein, sich die Präsidentschaft zu kaufen", sagte Messina. "Denn je mehr die Bürger von Mitt Romney sehen, desto weniger mögen sie ihn."
Es war ein schneller Tiefschlag in einem Duell, das nun das Land in den kommenden sieben Monaten beschäftigen wird. Und es ist eine Schlacht des großen Geldes: der Multimillionär Romney und seine mächtige Spendensammel-Organisation "American Crossroads" gegen den Amtsinhaber, der es durch seine Bücher ebenfalls zu einem Millionen-Einkommen gebracht hat und im Wahlkampf in diesem Jahr eine Rekordsumme von einer Milliarde Dollar ausgeben will.
Dass es dabei schmutzig zugehen wird, daran bestehen keine Zweifel. Das Romney-Team ließ gestern mit einer neuen Anzeigenserie in wichtigen Bundesstaaten wie Pennsylvania und Ohio keine Zweifel daran, wer Schuld trägt an den hohen Benzinpreisen: Barack Obama. Und das zentrale Argument des Republikaners lautet weiter: Obama hat nicht nur keine Ahnung von erfolgreicher Arbeitsmarktpolitik, sondern ist auch ein Feind der freien Wirtschaft und ein Propagandist sozialistischer Ideen. Das beste Beispiel dafür sei die Gesundheitsreform samt Zwangsversicherung, die jetzt vermutlich vom Obersten Gerichtshof gekippt werde.
Doch auch die Replik des Präsidenten zeigt bisher einen klaren roten Faden: Romney wird als rechter reicher Elitist porträtiert, der die Interessen von Amerikas Mittelschicht nicht glaubwürdig vertreten könne. Die jüngste Meldung, dass Romney in seiner Villa den Einbau eines "Auto-Fahrstuhls" für die zahlreichen Luxuswagen plant, kam dem Team Obama natürlich zupass.
An diesen Leitthemen dürfte sich die Schlammschlacht bis zur Wahl am 6. November entlanghangeln. Obamas größtes Handicap ist derzeit, dass die Erholung am Jobmarkt nur zögerlich vor-angeht und die Arbeitslosigkeit noch über acht Prozent liegt. Romney wiederum müsste der "middle class" klarmachen, dass er auch für sie spricht.
Als klarer Vorteil für Obama deutet sich an, dass Romney Demoskopen zufolge Probleme hat, im weiblichen Wählerlager Sympathien zu gewinnen. Dort punktet Obama stark. Er liegt auch im landesweiten Beliebtheitsvergleich vorn - nach einer Umfrage der Washington Post mit 51 zu 43 Prozent. Doch gelaufen ist noch gar nichts. Die Präsidentschaft wird beim Ringen um jeden einzelnen Bundesstaat entschieden.