Aus der Bahn geworfen

THALFANG. Wegen eines Unfalls mit zwei Verletzten musste die Sommerrodelbahn bei Thalfang im Hunsrück mehrere Tage gesperrt werden. Die Öffentlichkeit wurde über den Vorgang, der sich bereits Ende Juli ereignete, nicht informiert.

Sie wollten nur Spaß haben, landeten dann aber im Krankenhaus: Für einen Mann und ein elfjähriges Kind endete eine gemeinsame Fahrt mit der Sommerrodelbahn bei Thalfang mit Schürf- und Platzwunden sowie einer Gehirnerschütterung. Der Unfall ereignete sich bereits am Samstagnachmittag, 29. Juli. Wie die Staatsanwaltschaft Trier dem TV auf Anfrage mitteilte, war der Rodel mit den beiden Insassen bei hoher Geschwindigkeit aus der Führungsschiene der Bahn geraten und hatte sich mehrfach überschlagen. Der Mann und das Kind wurden von einem Notarzt in das Krankenhaus Hermeskeil gebracht, wo die beiden Verunglückten nach TV-Informationen die Nacht verbringen mussten.Bei Regen und Schnee nicht betriebssicher

Die Unfallstelle wurde von der Polizei Morbach gesichert, und die Staatsanwaltschaft Trier forderte vom Tüv Rheinland-Pfalz umgehend ein Gutachten zur Unfallursache an. Dafür musste die als modern geltende Rodelbahn sechs Tage außer Betrieb genommen werden. Das Ergebnis der Untersuchungen: Bei Regen und Schnee sei keine Betriebssicherheit gegeben, da die Bremswirkung dann nachlasse und der Schlitten zu schnell werde. Dies sei auch bei diesem Unfall der Fall gewesen, sagt der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Horst Roos. Jedoch gebe es unterschiedliche Auffassungen, ob es am Unfalltag nur getropft, leicht geregnet oder geschüttet habe. Eine technische Ursache könne jedoch ausgeschlossen werden. Wer für den Unfall verantwortlich ist, werde noch ermittelt. Der Betreiber der Sommerrodelbahn, Herbert Züscher, hat nach eigener Aussage auf den Unfall bereits reagiert: Die als "Schanze" bezeichnete Stelle, an der der Unfall passierte, sei entschärft worden und falle nicht mehr so steil wie vorher ab. Bekannt wurde der Unfall erst durch Hinweise aus der Bevölkerung an den TV. Auf Nachfrage teilte die mit dem Fall befasste Polizeiinspektion Morbach mit, dass man die Presse bewusst nicht informiert habe: "Der zuständige Staatsanwalt hat uns gesagt, dass wir uns gegenüber der Presse nicht äußern sollen, sondern dass die Öffentlichkeitsarbeit über die Staatsanwaltschaft Trier laufe", sagte Peter Werland, Leiter der Polizeiinspektion Morbach. An diese Anweisung habe man sich zu halten, schließlich sei die Staatsanwaltschaft Herrin des Verfahrens. Warum die Öffentlichkeit nicht über den Vorgang informiert wurde, konnte die Trierer Staatsanwaltschaft dem TV nicht erklären. Der zuständige Staatsanwalt sei gestern nicht zu erreichen gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Roos.

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