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Aus für 250 Arbeitsplätze

Aus für 250 Arbeitsplätze

TRABEN-TRARBACH. Aus für den Bundeswehrstandort Traben-Trarbach: Das Bundesverteidigungsministerium gab gestern bekannt, dass das Amt für Geoinformationswesen geschlossen wird. Die 230 Soldaten, Beamte und Angestellten müssen nach Euskirchen und Offenbach umziehen. 20 weitere Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Brigadegeneral Walter Schmidt-Bleker, Chef des Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr Euskirchen/Traben-Trarbach, überbrachte die Hiobsbotschaft gestern Morgen den Beschäftigten des Amtes in Traben-Trarbach persönlich. Gegen 11 Uhr hatte er das Personal in die Kantine gebeten und teilte den Mitarbeitern die Entscheidung von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung mit: "Das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr wird am Standort Euskirchen zielstationiert. Der Standort Traben-Trarbach wird aufgegeben." Damit verliert die 6700 Einwohner große Stadt Traben-Trarbach 250 Arbeitsplätze und mehr als doppelt so viele Einwohner. Die 230 Bundeswehrbeschäftigten müssen mit ihren Familien nach Euskirchen umziehen, etwa 20 Menschen, die als Wachpersonal, in der Küche, Kantine und als Reinigungskräfte arbeiten, verlieren ihre Jobs. Investitionsbedarf sei um 45 Millionen geringer

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, Ulrich K. Weisgerber, wurde per Brief vom Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Peter Wichert, informiert. Darin heißt es: "Die wesentlichen Kriterien (pro Euskirchen) waren militärisch/funktionale, wie Eignung der Liegenschaften, Verkehrsanbindung sowie die räumliche Nähe von Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten zu anderen Dienststellen." Ferner werden betriebswirtschaftliche Gründe genannt. So sei der Investitionsbedarf für Euskirchen um rund 45 Millionen Euro geringer als für Traben-Trarbach. Der Euskirchener General Schmidt-Bleker rief gestern Mittag die Beschäftigten noch einmal zusammen. Dabei gab er bekannt, dass 2008 die ersten Dienstposten nach Euskirchen versetzt werden. Bis 2010 sollen die meisten Beschäftigten nach Euskirchen, einige auch nach Offenbach, umgezogen sein. Bis wann das Amt in Traben-Trarbach komplett geschlossen wird, sagte er nicht. Die Traben-Trarbacher Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus und VG-Chef Weisgerber bewerten das Aus für das Traben-Trarbacher Amt als schweren Schlag für die Stadt und die Region. Weisgerber hofft nun, dass sich in den frei werdenden Gebäuden eine Bundes- oder Landesdienststelle ansiedelt. Zumindest müssten Konversionsmittel fließen. Weisgerber hatte bereits vor über drei Jahren bei der Uni Trier eine Studie in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen einer möglichen Standortschließung analysierte. Fazit der Studie: Für die Kommune bedeute dies, neben dem Anstieg der Arbeitslosigkeit, mindere Steuer- und Gebühreneinnahmen. Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Karl-Peter Bruch, versprach gestern, "die Betroffenen nicht alleine lassen". Bruch: "Wir werden das bewährte Konversionsinstrumentarium der Landesregierung einsetzen, um den individuellen, strukturellen und wirtschaftlichen Folgen dieser Bundes-Entscheidung begegnen zu können."