Ausreißer-Ergebnisse  und bemerkenswerte Vorkommnisse bei den Kommunalwahlen in Region Trier.

Kommunalwahl 2019 : Wo Grüne straucheln und Genossen jubeln

Bei den Kommunalwahlen in der Region Trier hat es auch Ausreißer-Ergebnisse  und bemerkenswerte Vorkommnisse gegeben.

So ein Wahlwochenende müssen die Grünen erst einmal verdauen: Auf nahezu allen politischen Ebenen hat die Partei mächtig zugelegt, kann mancherorts jetzt vor Kraft kaum laufen. Im Trierer Stadtrat sind die Grünen jetzt stärkste Fraktion; sie konnten ihren Stimmenanteil um rund zehn Prozentpunkte gegenüber der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren ausbauen. Spannend dürfte sein, was dies für das in der Vergangenheit bestehende Bündnis mit der Union bedeutet. Die Mehrheit ist futsch, weil die Trierer Christdemokraten kräftig Federn gelassen und gut zehn Prozentpunkte eingebüßt haben.

Aber nicht überall hatten die Grünen nach Schließung der Wahllokale Grund zum Feiern. Im Bitburger Stadtrat etwa büßten sie einen Prozentpunkt und ein Mandat ein. Allerdings sind sie mit 16 Prozent und vier Sitzen immer noch recht stark im örtlichen Kommunalparlament vertreten.

Während die Grünen in der Bierstadt gegen den Trend verloren, legten die Genossen um zwei Prozentpunkte und ein Mandat zu. Verkehrte Welt. Dafür kam die in Bitburg erstmals für den Stadtrat kandidierende AfD gerade mal auf 1,6 Prozent. Heißt umgerechnet: null Mandate im Rat.

Gegen den Landes- und Bundestrend leicht zulegen konnte die SPD auch in den Verbandsgemeinden Speicher und Südeifel. Was wohl dort das Erfolgsgeheimnis gewesen sein mag? Es gibt in der Region Trier auch noch rote Hochburgen. Eine davon ist Bettingen in der Verbandsgemeinde Bitburger Land. Hier fuhren die Genossen 43,3 Prozent der Stimmen ein. Und die Grünen holten noch einen Sitz mehr als die Christdemokraten. Paradiesische Zustände für die Rot-Grün-Anhänger. Trotz teils starker Stimmeneinbußen haben in den meisten regionalen Kommunalparlamenten noch die Christdemokraten die Nase vorn. Stark sind vielerorts auch die freien Wählergemeinschaften. In der Verbandsgemeinde Prüm legte die Freie Wählergemeinschaft Prümer Land um stolze zwölf Prozentpunkte zu – auf jetzt knapp 29 Prozent. Damit ist sie noch vor der SPD zweitstärkste Fraktion. Ein Verdienst auch des neuen Prümer Stadtbürgermeisters Johannes Reuschen, der überraschend Amtsinhaberin Mathilde Weinandy (CDU) ablöst. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr auch dem seit drei Jahrzehnten amtierenden Wiltinger Bürgermeister Lothar Rommelfanger (SPD). Der Landtagsabgeordnete unterlag seinem parteilosen Herausforderer Christoph Schmitz.

In etlichen Kommunen der Region gab es für den Bürgermeisterstuhl nur einen Bewerber – der dann trotzdem nicht gewählt wurde. Im Kreis Bernkastel-Wittlich etwa bekam in acht Orten der  einzige Kandidat nicht die notwendige Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen. In Gutenthal oder Großlittgen landeten die Bewerber gerade einmal bei gut 13 Prozent.  In diesen beiden und weiteren Orten muss nun jeweils der Rat einen Bürgermeister wählen. Vielleicht bekommt da so mancher jetzt gescheiterte Bewerber ja eine zweite Chance. Die hat in drei Wochen auch der Ortsvorsteher von Trier-Kürenz, Bernd Michels. Am Sonntag setzte sich der Christdemokrat mit knappster Mehrheit gegen seinen härtesten Herausforderer Ole Seidel (Grüne) durch. Michels erhielt 1291 Stimmen – und damit eine Stimme mehr als Seidel. Jetzt muss die Stichwahl in drei Wochen entscheiden. Eines ist dabei gewiss: Einhundert Prozent Zustimmung wie etwa Arnold Theis (Ammeldingen/Our) oder Heinz-Josef Steffes (Hontheim-Bonsbeuern) wird keiner der Kürenzer Kandidaten einfahren.

Im Eifer des Gefechts lief bei den Kommunalwahlen auch nicht alles glatt: Bei den Wahlen in der Verbandsgemeinde Thalfang stand auf der Internetseite des Landeswahlleiters nach Angaben von Betroffenen ein Ergebnis eine Zeitlang komplett falsch. In Malborn wurde Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh wiedergewählt – doch der Gegenkandidat als Sieger verkündet. Der Fehler wurde bemängelt und die Falschmeldung auf der Homepage des Wahlleiters korrigiert. Kann ja schließlich mal passieren.

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