B50 neu - Wie sieht denn die Hochmoselbrücke aus?

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv, Oktober 2019 : B50 neu - Wie sieht denn die Hochmoselbrücke aus?

Jahrzehnte lang wurde sie geplant, für 175 Millionen Euro gebaut - Jetzt gleicht die Straße auf dem Riesen-Bauwerk einer Buckelpiste. Laut Behörde ist das sogar richtig.

„Oh je, was ist das denn so wellig?“, fragt ein Volksfreund-Leser, nachdem er das Foto der 175 Millionen Euro teuren Hochmoselbrücke auf der Volksfreund-Facebookseite gesehen hat. Die Aufnahme zeigt den frischen Straßenbelag in schwindelerregenden 160 Metern Höhe über dem Moseltal. Und in der Tat: Auf dem Foto wirkt es, als werfe die Brücke große Wellen. Ein Planungsfehler? Oder bloß eine optische Täuschung? „Nicht sehr vertrauenerweckend“, findet jedenfalls eine Leserin.  „Da fehlt noch das Gewicht der LKW, dann ist sie eben“, antwortet ein Dritter auf Facebook – und wie die TV-Recherche nun zeigt, liegt er damit gar nicht so verkehrt.

Nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität (LBM) wurden die Brückenteile zwischen den Pfeilern absichtlich überhöht, um zu verhindern, dass das Bauwerk sich später verformt, wenn Autos und LKW darüber rollen. „Ein sichtbar durchhängender Brückenüberbau sollte vermieden werden“, teilt der Landesbetrieb mit. Wenn nur wenig Verkehr ist, werde man eine „geringfügige Überhöhung“, sprich Wellen, sehen. Beim Fahren werde man diese jedoch nicht bemerken, versprechen die Planer. Lediglich wenn es auf dem riesigen Bauwerk zu einem LKW-Stau komme, sei die Belastung so hoch, dass die Felder zwischen den Pfeilern sich nach unten biegen.

Über die 1,7 Kilometer lange Brücke dürfen Autos ab Ende November mit Tempo 100 fahren. Innerhalb von 62 Sekunden können sie dann von der Eifel in den Hunsrück düsen – was aktuell noch eine dicke Viertelstunde dauert. Für LKW gilt auf der Brücke allerdings grundsätzlich Tempo 80. Dies, so der LBM, sei auch sinnvoll, weil der Wind dort oben stark wehen könne. Bei dem an die Brücke angrenzenden Tunnel auf der Eifelseite gilt laut LBM Tempo 80. Auf dem Rest des 25 Kilometer langen neuen Stück Bundesstraße 50 darf der Verkehr mit 120 km/h fließen.

Offiziell freigegeben wird der Hochmoselübergang am 21. November um 13 Uhr von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verkehrsminister Volker Wissing und Vertretern des Bundesverkehrsministeriums. Der Bau des Großprojekts startete im Mai 2003.