Bäume werden wegen des Klimawandels immer früher gepflanzt

Bäume werden wegen des Klimawandels immer früher gepflanzt

In den Wäldern in Rheinland-Pfalz werden Bäume immer früher gepflanzt. Grund seien die fehlenden Niederschläge im Frühjahr, insbesondere im April, sagte Nikolai Kalinke, Geschäftsführer des Landesverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Die Jungbäume bräuchten, nachdem sie gepflanzt wurden, jedoch ausreichend Wasser, um mit dem Erdreich zu verwachsen. Noch vor wenigen Jahren seien die meisten Bäume innerhalb von zwei Wochen rund um den 25. April - den Tag des Baumes - gepflanzt worden. Inzwischen beginne die Pflanzzeit schon rund um den 21. März - den Tag des Waldes. „Die Zeit der Niederschlagshäufungen wird von Jahr zu Jahr schmaler. Wir müssen also noch früher pflanzen.“

Die frühe Pflanzung berge aber Risiken: Falls die Temperaturen unter null Grad fallen, sterben die Jungbäume ab, wie Kalinke sagte. Außerdem sei so früh im Jahr der Boden oft noch gefroren, was das Pflanzen erschwere. Eine andere Gefahr sei das Wild, das sich über die Jungbäume hermache, weil es im Frühjahr nur spärlich Nahrung finde.

„Die fehlenden Niederschläge sind besorgniserregend“, sagt Kalinke. Er könne sich nicht erinnern, dass es wie in diesem Jahr bereits im Frühjahr Waldbrandwarnungen gegeben hätte. Die extremen Bedingungen setzten den Bäumen zu. Insbesondere die Fichten litten unter den hohen Temperaturen und der Trockenheit.

Auf lange Sicht werde sich die Zusammensetzung der Wälder in Rheinland-Pfalz ändern. „Prinzipiell gut sind Wälder mit einer Laubbaumart und einer Nadelbaumart“, sagte Kalinke. Es müssten aber heimische Arten sein.

Mehr von Volksfreund