Bahn macht Dampf

TRIER. Es tut sich was auf den Schienen: Nicht nur auf der Moselstrecke Richtung Koblenz hat die Bahn kräftig investiert, auch die Obermoselstrecke nach Perl wird saniert.

Schneller mit dem Zug nach Paris: Von Luxemburg aus wird dies ab nächstem Jahr mit dem offiziellen Start des TGV Est auf der Neubaustrecke durch Lothringen möglich sein. Wer von Deutschland aus den Hochgeschwindigkeitszug erreichen will, muss weiter Geduld haben. Auf absehbare Zeit wird es keine schnellere Verbindung nach Luxemburg geben. Als Alternative wird daher immer öfter die grenzüberschreitende Verbindung von Trier über Nittel und Perl ins lothringische Thionville ins Gespräch gebracht. Noch enden die Züge in Perl, nur der Güterverkehr fährt über die Grenze bei Apach. Konkrete Pläne, den Nahverkehr entsprechend auszubauen, gibt es bislang nicht, Interessenten für eine tägliche grenzüberschreitende Verbindung sind noch nicht in Sicht. Zunächst wird es wohl nur bei Ausflugsfahrten an Wochenenden von Trier nach Metz bleiben. Ganz aufgeben will man die Verbindung bei der Bahn aber nicht. In den kommenden Jahren werde auf der Strecke investiert, bestätigte Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp unserer Zeitung. 2009 soll der in die Jahre gekommene Nitteler Tunnel komplett saniert werden. Zunächst war geplant, das zweite Gleis nicht nur im Tunnel, sondern auch davor und dahinter zu entfernen. Nun wird der Rückbau auf den 500 Meter langen Tunnel begrenzt. Eine Zweigleisigkeit sei aufgrund der nötigen Sanierung nicht mehr machbar, sagt der Bahnsprecher. Er hält das für vertretbar, das Verkehrsaufkommen sei derzeit auf der Strecke nicht so hoch, dass durchgängig zwei Gleise notwendig seien. CDU-Mann Kaster will weiter kämpfen

Außerdem, so Honerkamp, erhalte man so die Möglichkeit für einen möglichen Interessenten, den grenzüberschreitenden Bahnverkehr auszubauen. Das sieht auch der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster so. Für ihn ist die Strecke eine Alternative zur TGV-Anbindung nach Luxemburg. Mit entsprechenden Verbindungen könnten Reisende in Thionville in den Hochgeschwindigkeitszug steigen. Die schnellere Verbindung ins Großherzogtum will Kaster aber nicht aufgeben. Seit Jahren kämpft er dafür. Doch nicht nur an den grenzüberschreitenden Verbindungen hat der Bundestagsabgeordnete ein Interesse. Auch auf der Moselstrecke Richtung Koblenz soll es schneller vorwärts gehen, nicht zuletzt weil seit vergangenem Jahr dort der bislang wenig genutzte ICE von Trier nach Berlin fährt. Der manchmal scherzhaft "Kaster-Transport" genannte Zug geht auf die Initiative des Unions-Abgeordneten zurück. Kein Wunder, dass er sich dieser Tage freute, dass die Bahn die Sanierung der Strecke mit neuen Weichen und Gleisen bald abgeschlossen habe. Das sei ein Zeichen für das "neuerdings vorhandene Engagement der Bahn in der Region". Ganz so neu ist das Engagement allerdings nicht. Seit Jahren laufen die Sanierungsarbeiten auf der Moselstrecke. 60 Millionen Euro wurden bereits investiert. 2007 folgen die letzten Arbeiten bei Ürzig und Hetzerath, bevor mit zweijähriger Verspätung mit dem Bau der zweiten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels begonnen wird. Bis 2011 soll sie fertig sein, drei Jahre später soll die alte Röhre komplett saniert sein. 170 Millionen Euro soll das Projekt kosten.