Bahnhof zu verkaufen

Käufer gesucht: Die Bahn will 1400 ihrer 2000 Bahnhöfe verkaufen. Darunter auch einige in der Region - etwa in Speicher und Salmrohr. Nicht betroffen sind große Bahnhöfe wie der in Trier.

 Zu verkaufen: die Bahnhöfe in Konz (großes Bild) und Salmrohr (oben links). Der Schweicher Bahnhof (oben rechts) ist bereits verkauft. TV-Fotos: Archiv/Monika Kewes (1), Marion Maier (1), Friedhelm Knopp (1)
Zu verkaufen: die Bahnhöfe in Konz (großes Bild) und Salmrohr (oben links). Der Schweicher Bahnhof (oben rechts) ist bereits verkauft. TV-Fotos: Archiv/Monika Kewes (1), Marion Maier (1), Friedhelm Knopp (1)

Trier. Wer vielleicht noch ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk sucht, könnte vielleicht bei der Bahn fündig werden. Dort werden nicht nur Fahrkarten verkauft, sondern auch Bahnhöfe. Das Unternehmen will 1400 dieser Immobilien loswerden. Man brauche nur noch 600 Bahnhöfe, sagt Bahnsprecherin Gabriele Schlott. Einer davon: der Bahnhof in Speicher (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Auf der bahneigenen Immobilienseite wird das fast 140 Jahre alte imposante Gebäude wortreich als "Eifel-Bahnhof als Schlösschen verkleidet" angeboten, Kaufpreis: "Verhandlungsbasis". Auch das Bahnhofsgebäude im saarländischen Perl steht im Internet zum Verkauf. Der Speicherer Bahnhof war bereits verkauft, wie 18 andere im Land an das Unternehmen First Rail Estate. Als dieses Pleite ging, übernahm die Bahn die offenbar schwierig an den Mann zu bringenden Immobilien wieder. Darunter auch die Bahnhöfe in Konz, Salmrohr und Wellen. Nun soll es einen neuen Anlauf geben. Zuerst sollen die Gebäude den Kommunen angeboten werden. Bislang ist deren Interesse an den oft maroden Immobilien aber eher gering. Daher sollen bundesweit rund 500 Bahnhöfe an ein britisch-deutsches Bieterkonsortium verkauft werden. Über den Kaufpreis schweigt man bei der Bahn. Es handele es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag, heißt es. Der Investor habe zugesagt, die gekauften Gebäude zu sanieren und "vernünftig" zu nutzen. Allerdings scheint es schwer zu sein, einen Bahnhof vernünftig zu nutzen. Es gibt nur wenige Beispiele, in denen das gelungen ist, wie etwa in Traben-Trarbach, wo die Touristinformation in der ehemaligen Bahn-Immobilie untergebracht ist. Viele der Gebäude sind allerdings auch heruntergekommen, die Bahn hat in die aus ihrer Sicht unnützen Gebäude seit Jahren kein Geld mehr gesteckt. Beispiel: Konz-Karthaus, ein völlig heruntergekommenes Architektur-Schmuckstück, das ungenutzt zerfällt. Große Bahnhöfe wie etwa in Trier stünden nicht auf der Verkaufsliste, bestätigt Unternehmenssprecherin Schlott. Nur alte Empfangsgebäude, die nicht mehr gebraucht würden, sollten verkauft werden.