Bald gibt’s für Luxemburg-Pendler bessere Verbindungen und Gratis-Züge

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Wer mit der Bahn ins Großherzogtum pendelt, kann sich bald über bessere Verbindungen und sogar Gratis-Züge in Luxemburg freuen. Die Regierungschefs beider Länder wollen aber noch mehr tun.

So groß der finanzielle Anreiz ist, in Luxemburg zu arbeiten, so groß ist auch der mit dem Pendeln verbundene Stress. Lange Staus, volle Züge und belegte Pendlerparkplätze gehören zum Alltag der mehr als 33 000 Menschen, die aus der Region Trier täglich zur Arbeit ins Großherzogtum fahren. „Es gibt keine andere Region in Europa, wo so viele Grenzpendler leben wie bei uns“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag bei einer deutsch-luxemburgischen Regierungssitzung in Senningen. Der Grenzverkehr war denn auch das große Thema des Treffens.

Rheinland-Pfalz und Luxemburg haben beschlossen, noch ein Stück näher zusammenzurücken. So soll es künftig mehr und bessere Bus- und Bahnverbindungen geben. Außerdem wolle man die Park-and-Ride-Parkplätze und Fahrradwege auf beiden Seiten der Grenze ausbauen. Insgesamt lockt Luxemburg mehr als 200 000 Pendler aus Deutschland, Frankreich und Belgien an.

Mit neuen Bahnverbindungen ab Trier rückten Rheinland-Pfalz und Luxemburg zum Fahrplanwechsel im Dezember enger zusammen, sagte Dreyer, die sich eine deutliche Verbesserung davon verspricht, dass Züge dann öfter fahren. Wie der zuständige Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord bereits 2018 mitteilte, soll die Zahl der Verbindungen von Wittlich über Trier nach Luxemburg ab Dezember fast verdoppelt werden. Alle Stationen zwischen Trier-Ehrang und Wittlich erhalten so eine stündliche Direktverbindung nach Luxemburg.

2024 soll dann mit einigen Jahren Verzögerung die Weststrecke in Trier reaktiviert werden. Ein Projekt, an dem beide Regierungen großes Interesse haben. Auch wollen sich beide dafür einsetzen, dass der für 2030 angekündigte Fernzug von Luxemburg über Trier an die Nordsee bereits früher rollen kann.  Nach wie vor sei es „keine gute Situation“, dass Trier und die ganze Region vom Fernverkehr „abgehängt“ sei. Das bleibe einfach ein Dauerthema.

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel sagte, einzelne Maßnahmen reichten nicht. Es gehe auch um neue Buslinien, den Ausbau von Fahrgemeinschaften und die Stärkung von Arbeitsplätzen zu Hause. Vom 1. März 2020 an wird der öffentliche Transport in Luxemburg für Nutzer kostenlos. Auf deutscher Seite ist bisher nicht geplant, die Preise zu senken. Man werde beobachten, wie sich der Grenzverkehr ab März entwickelt und erneut zusammenkommen, falls Probleme entstehen, sagte Dreyer.

Bei aller Harmonie gab es nicht bei jedem Thema Einigkeit. So bezeichnete Bettel es als inakzeptabel, dass Kommunen aus der Region Trier einen finanziellen Ausgleich für Pendler fordern, die in Luxemburg arbeiteten. Dreyer sagte, der Wunsch der Kommunen sei aus deren Sicht nachvollziehbar. Es handele sich aber um eine nationale Angelegenheit.