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Bald neuer Chef fürs Trierer Landgericht?

Bald neuer Chef fürs Trierer Landgericht?

Mit der Berufung des Trierer Professors Gerhard Robbers zum neuen rheinland-pfälzischen Justizminister steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Ringen um die Neubesetzung des Chefpostens am Trierer Landgericht bald beendet sein könnte. Es gibt auch bereits einen Favoriten für das Amt.

Trier/Mainz/Koblenz. Der neue rheinland-pfälzische Justizminister, der Trierer Professor Gerhard Robbers, muss sich nach den Mainzer Zeitplänen gleich zu Amtsbeginn in wichtigen Fragen positionieren: Immerhin könnte der Richterwahlausschuss am 18. November die langwierige Hängepartie um die vakante Spitze des Trierer Landgerichts beenden. Da zwei Gerichtsinstanzen das erste Besetzungsverfahren als rechtswidrig kassiert hatten, gab es eine neue Bewerberrunde. Danach gilt nach Informationen aus Mainzer Politkreisen jetzt Thomas Henrichs, derzeit Richter am Oberlandesgericht (OLG) Koblenz, als Favorit.
Zuvor hatte sich der Koblenzer Amtsgerichtsdirektor Karl-Hans Fischer erfolgreich vor Gerichten dagegen gewehrt, dass der bisherige Justizminister Jochen Hartloff (SPD) den Zweibrücker Landgerichtspräsidenten Markus Gietzen an der Trierer Gerichtsspitze installieren konnte.Zwei Bewerber verzichten


Dem Vernehmen nach verzichteten aber beide auf eine zweite Bewerbung und womöglich neue Konflikte. Damit könnte, falls der Richterwahlausschuss zustimmt, der Weg für Henrichs (50) frei werden und ein Nachfolger für Wolfgang Krämer gefunden sein, der im August 2013 in Ruhestand gegangen war. Henrichs stammt aus dem Saarland und kam 1993 in den Justizdienst des Landes. Der Vater dreier Kinder war an verschiedenen Gerichten in Koblenz und Cochem sowie in der Zentralabteilung des Justizministeriums tätig.
Völlig geräuschlos und wesentlich schneller könnte eine Vakanz in Bad Kreuznach enden, wo Landgerichtspräsidentin Beate Benner in Ruhestand gegangen ist. Für diese Chefposition gilt Tobias Eisert (48), derzeit Präsidialrichter am OLG Koblenz, als aussichtsreichster Bewerber. Der aus Bayern stammende Jurist absolvierte ebenfalls verschiedene Stationen an Gerichten sowie im Mainzer Justizministerium. Auch dieser Vorschlag liegt dem Ausschuss dem Vernehmen nach vor.
Nach dieser Sitzung folgen sofort die regulären Plenartage des Landtags, bei denen nach dem Willen der CDU dann auch die umstrittene Reform der sozialen Dienste in der Justiz auf der Tagesordnung steht. Sie hatte zuletzt große Unruhe in der Gerichts- und Bewährungshilfe ausgelöst.