Bald saftige Strafen? - Rauchen im Auto kann bald bis zu 3000 Euro kosten

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Fahren Kinder und Schwangere mit, sollen Qualmer eine saftige Strafe zahlen, fordern mehrere Länder, die am Freitag im Bundesrat einen Gesetzentwurf verabschiedet haben. Auch Rheinland-Pfalz stimmte mit. Krebsforscher sprechen von einem "überfälligen Schritt".

Wer im Auto qualmt, wenn Kinder und Schwangere mitfahren, muss in Deutschland bald wohl mit einer saftigen Strafe rechnen. Mehrere Länder pochen in solchen Fällen auf ein Rauchverbot im Auto. Am Freitag haben sie im Bundesrat mehrheitlich einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dem sich nun der Bundestag beschäftigen muss. Rauchern sollen danach zwischen 500 und 3000 Euro Bußgeld drohen, wenn sie im Auto rauchen, wenn auch minderjährige Kinder oder Schwangere im Wagen sitzen.

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung stimmte für ein solches Rauchverbot. Auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds heißt es aus dem SPD-geführten Gesundheitsministerium: „Die Passivrauchbelastung ist nirgends so hoch wie bei mitfahrenden Personen im einem PKW. Da ungeborene und minderjährige Kinder sich nicht selbstständig den Schadstoffkonzentrationen im PKW entziehen können, ist ein gesetzliches Rauchverbot notwendig.“

Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt sind. Die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Wagen sei mindestens so hoch wie in einer Raucherkneipe, sagt die Krebsforscherin Katrin Schaller. Bei Ungeborenen warnt sie davor, dass der Rauch das Risiko eines plötzlichen Kindstodes oder eines niedrigen Geburtsgewichtes erhöhe. Bei Kindern steige die Gefahr, an Asthma oder Mittelohrentzündungen zu erkranken.

Laut ADAC gibt es in Europa bislang neun Länder mit einem Rauchverbot im Auto. In Griechenland kostet es bis zu 1500 Euro, wenn ein Autofahrer raucht und Kinder unter zwölf Jahren im Fahrzeug sitzen. England und Wales verlangen ein niedrigeres Bußgeld von 60 Euro für das Rauchen im Auto, wenn Minderjährige mitfahren. Landesärztekammer-Chef Günther Matheis aus Trier fordert ein solches Rauchverbot im Auto auch für Deutschland. "Rauchbelastung verursacht bleibende Gesundheitsschäden und ist völlig kontraproduktiv für Kinder und Schwangere", sagt er. Sabrina Kunz, Landeschefin der Gewerkschaft der Polizei (GdP), begrüßt den Vorstoß, warnt aber angesichts personeller Engpässe bei der Polizei: "Ein Rauchverbot am Steuer wäre schwer zu kontrollieren."

Den in den Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf hatten Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg in die Länderkammer eingebracht.

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