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Baustellen bremsen Zugverkehr in der Region aus

Baustellen bremsen Zugverkehr in der Region aus

Am Wochenende sind gleich zwei Bahnstrecken in der Region gesperrt. Auch in den kommenden Monaten gibt es Behinderungen.

Wer am Wochenende von Trier aus mit dem Zug nach Köln oder Koblenz fahren will, der kommt nicht weit. Seit Anfang des Monats ist die Moselstrecke gesperrt. Grund sind verschiedene Arbeiten auf der Bahnstrecke. Unter anderem wird in dem Kaiser-Wilhelm-Tunnel und im Petersbergtunnel bei Cochem gearbeitet. Daher fahren bis Pfingsten zwischen Wittlich und Koblenz keine durchgängigen Züge, Bahnfahrer müssen auf Busse umsteigen und 25 Minuten mehr Zeit einplanen. Zusätzlich wird von Freitag 22.30 Uhr bis Montag ein Uhr die Eifelstrecke wegen Bauarbeiten in Jünkerath (Vulkaneifel) gesperrt. Zwischen Jünkerath und dem nordrhein-westfälischen Blankenheim werden Busse eingesetzt. TV-Leser und regelmäßiger Bahnfahrer Bernd Reifenberg spricht von "einem Glanzstück in der Baustellenplanung".

Normalerweise informiere die Bahn ein halbes Jahr vorher über geplante Baumaßnahmen, heißt es bei dem für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverband SPNV Nord in Koblenz. Doch in letzter Zeit komme es immer mal wieder zu "Informationsproblemen", sagt Verbandssprecher Thomas Nielsen. So würden zum Beispiel Baumaßnahmen viel zu spät angekündigt oder Sperrungen zwar vorgenommen, aber schließlich nicht gebaut. Warum zeitgleich gleich zwei Bahnstrecken in der Region am Wochenende gesperrt werden, bleibt jedoch unklar. Die Bahn verweist in einer Antwort auf die Anfrage unserer Zeitung lediglich auf die jeweiligen Ankündigungen der entsprechenden Baumaßnahmen.

Allerdings müssen sich die Bahnkunden in der Region im Laufe des Jahres auf weitere Unannehmlichkeiten einstellen. In der ersten Woche der Sommerferien wird erneut die Eifelstrecke gesperrt werden, weil zwischen Philippsheim (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Kordel (Trier-Saarburg) die Gleise erneuert werden. Eine zweitägige Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Trier und Saarbrücken wird es am 21. und 22. Oktober wegen Brückenarbeiten geben. Auch die Moselstrecke wird im Herbst (vom 27. Oktober bis 2. November) erneut gesperrt werden. Allein für die Erneuerung dieser Strecke investiert die Bahn insgesamt 22 Millionen Euro.

Allerdings müsste auch kräftig in die stark in die Jahre gekommene Eifelstrecke investiert werden. Zwar hat sich das Zugangebot seit Ende 2014 verbessert, es verkehren modernere Züge. Doch vor allem Richtung Köln kommt es immer wieder zu Verspätungen, weil die Strecke auf nordrhein-westfälischer Seite überlastet ist. Beim dort zuständigen Verbunds Nahverkehr Rheinland spricht man von einer "leichten Verbesserung". Trotzdem gebe es rund um den Bahnknoten Köln noch "viel Luft nach oben" in Sachen Pünktlichkeit. Auch auf der Moselstrecke gibt es anscheinend noch Luft nach oben. Die stündlich verkehrenden Regionalexpress-Züge von Trier nach Koblenz sind laut Nielsen in diesem Jahr zu 91 Prozent pünktlich, in umgekehrter Reihenfolge sind 92 Prozent der Züge pünktlich.

Info
ZUG VON LUXEMBURG NACH DÜSSELDORF
Noch immer ist nicht klar, ob es, wie vom luxemburgischen Verkehrsministerium angekündigt, ab Dezember einmal am Tag eine Direktverbindung von Luxemburg über Trier und Koblenz nach Düsseldorf geben wird (der TV berichtete). Derzeit würden die dafür notwendigen Trassen von der Deutschen Bahn geprüft, sagte ein Sprecher des Zweckverbands SPNV Nord. Mit Ergebnissen rechne man im Juli. Es ist geplant, dass ein bisher von Luxemburg nach Koblenz fahrender Regionalexpress bis nach Düsseldorf fortgesetzt wird.