Baustellen-Chaos in der Region: Das sagen die Verkehrsplaner

Baustellen-Chaos in der Region: Das sagen die Verkehrsplaner

Zehntausende stehen täglich im Stau. Besonders in und um Trier knubbelt es sich. Pendler werfen Behörden unabgestimmtes Vorgehen vor. Der Landesbetrieb Mobilität widerspricht.

Foto: TMVG

Der Zorn der Autofahrer, die täglich im Stau stehen, wächst mit jedem Tag. 20.000 Autofahrer nutzen täglich die Bergaufspur der Bundesstraße 51. Seit deren Sperrung stauen sich zu den Stoßzeiten rund um Trier und in der Stadt die Fahrzeuge der Pendler und Einheimischen auf allen Ausweichstrecken und vermeintlichen Schleichwegen.

Mehr zum Thema:
Fragen & Antworten zu den Baustellen in der Region: Der nächste Stau kommt bestimmt
Landesbetrieb Mobilität: 9 Dienststellen, 7500 Brücken, 18.000 Kilometer Straße
Meinung: Dieser Ärger war absehbar

Wenn ab 25. September zusätzlich die B49 zwischen Trier-Zewen und Igel zur Baustelle wird, verschärft sich die Situation, weil täglich ebenfalls 20.000 Autofahrer betroffen sind.

Kann das nicht besser koordiniert werden? Auf diese Frage lässt sich der Kern der häufig nicht zitierfähigen Reaktionen in den sozialen Netzwerken reduzieren. Der Trierische Volksfreund hat mit den Regionalverantwortlichen beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) und der Stadt Trier auch darüber gesprochen und bietet heute einen Überblick über die wichtigsten Baustellen in der Region. Edeltrud Bayer, Leiterin des LBM Trier, wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bauarbeiten seien nicht abgestimmt. "Im Frühjahr wird die Autobahnbrücke über dem Sauertal saniert, dann müssen wir auf den Ausweichstrecken an der Mosel und am Trierer Berg fertig sein."

Grundsätzlich würden alle wichtigen Baumaßnahmen zu Beginn eines Jahres mit allen anderen Planungsbehörden abgestimmt. Konkret geht es dabei um den LBM Gerolstein (zuständig für den Eifelkreis Bitburg-Prüm und den Kreis Vulkaneifel), das Autobahnamt (ABA) Montabaur (zuständig für die Autobahnen und die B.52/Ehranger Brücke) und die betroffenen Kommunen.

ABA-Leiter Ulrich Neuroth spricht beim Blick auf die Kommentare zur Baustellensituation auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen von einem "Shitstorm". Er verweist darauf, dass die Sanierung der Sauertalbrücke wegen der notwendigen Arbeiten im Tal auf das kommende Jahr verschoben worden sei. "Wir werden auch die Sanierung der Abfahrt von der A64 in Richtung Trier und Bitburg auf die Zeit nach den Herbstferien verlegen, wenn die B51 am Trierer Berg wieder frei befahrbar ist." Biewerbachtalbrücke und die Ehranger Brücke sollen derzeit nicht noch stärker belastet werden. Vor allem an der Brücke über dem Biewerbachtal stauen sich täglich die Pendler auf dem Weg nach Luxemburg. Zumindest bis 11.September ist auch die Alternative mit dem Zug erschwert, weil auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Luxemburg gebaut wird und Ersatzbusse fahren.

Aber warum gibt es derzeit so viele Straßenbaustellen? "Im Vergleich zu 2007 haben wir 50 Prozent mehr Mittel", sagt Edeltrud Bayer. Sprudelnde Steuereinnahmen und Erträge aus der LKW-Maut machten mehr Sanierungen möglich. Zudem stelle das Land mehr Geld für den Straßenbau zur Verfügung. Verzögerungen sind nach Überzeugung der Planer vor allem Folgen höherer Gewalt. "Wir bauen im Freien und sind stark vom Wetter abhängig."

Mehr von Volksfreund