1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Beck verspricht kleinere Klassen trotz weniger Lehrer im Land

Beck verspricht kleinere Klassen trotz weniger Lehrer im Land

Mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und mehr Kita-Plätze hat sich die neue Landesregierung auf die Fahnen geschrieben. Als ersten Schritt hat Ministerpräsident Kurt Beck angekündigt, die Klassengrößen in Grundschulen zu reduzieren. Dort werden ab August nur noch maximal 24 Erstklässler pro Klasse unterrichtet werden.

Die neue rot-grüne Landesregierung widmet sich in der Wahlperiode bis 2016 vier zentralen Herausforderungen: Sie will die Qualität der Bildung ausbauen sowie die Energiewende und den demografischen Wandel meistern. Gleichzeitig soll kräftig gespart werden, um ab 2020 im Landeshaushalt ohne neue Kredite auszukommen.

Die Bildung war ein Markenzeichen der SPD-Alleinregierung und soll das unter Rot-Grün bleiben. Geplant sind mehr Ganztags- und Gesamtschulen sowie mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. An den gebührenfreien Angeboten vom Kindergarten bis zur Hochschule wird festgehalten. Laut Beck werden durch den prognostizierten Rückgang der Schülerzahlen Finanzmittel als "demografische Rendite" frei. 3000 Lehrerstellen würden künftig nicht mehr benötigt. 2000 davon sollen durch Fluktuation ohne Entlassungen wegfallen, 1000 wolle Rot-Grün jedoch behalten, um schrittweise die Klassenstärken in den Schulen zu senken. Der Ministerpräsident sagte, trotz weniger Lehrer werde im Land "so viel wie noch nie" für die Bildung ausgegeben.

Ab August sollen nur noch 24 Erstklässler an den Grundschulen in einer Klasse unterrichtet werden. Im Laufe der Wahlperiode - der genaue Zeitpunkt ist offen - sollen die übrigen Jahrgänge der Grundschulen, die Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen folgen. Dort wird die Klassenstärke nur in den Klassen fünf und sechs auf 25 reduziert. Bei den Realschulen plus gilt in der Orientierungsstufe schon die Zahl 25.

Ludwig Weyand, Schulleiter des Trierer Max-Planck-Gymnasiums, begrüßt den Vorstoß, die Klassen kleiner zu machen. Allerdings sieht er praktische Probleme: "Wir brauchen dann mehr Lehrer und mehr Klassenräume, die wir nicht haben." 150 Anmeldungen habe das Gymnasium in diesem Jahr gehabt, aber nur Platz für 117 neue Schüler.