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Befürworter des Bibelturm-Projekts erwarten enges Rennen

Die Visualisierung zeigt einen am Mainzer Gutenberg-Museum geplanten Turm. Foto: Gutenberg-Museum
Die Visualisierung zeigt einen am Mainzer Gutenberg-Museum geplanten Turm. Foto: Gutenberg-Museum FOTO: Gutenberg-Museum
Mainz. Der Countdown für den ersten Bürgerentscheid der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt läuft: Am 15. April stimmen rund 164 000 Bürger in Mainz über den Erweiterungsbau des Gutenberg-Museums - den sogenannten Bibelturm - ab. Der Stadtrat entschied zunächst, das Museum mit einem 23 Meter hohen Turm zu erweitern, der eine Fassade aus Buchstaben haben und die Gutenberg-Bibeln beherbergen soll. Der erste Bauabschnitt soll fünf Millionen Euro kosten. Eine Bürgerinitiative sammelte fast 9600 Stimmen dagegen. Daraufhin beschloss der Stadtrat mit Ampel-Mehrheit, die Bürger zu fragen. dpa

Die Befürworter eines zusätzlichen Gebäudes für das Gutenberg-Museum in Mainz erwarten ein knappes Ergebnis beim Bürgerentscheid am 15. April. „Wir müssen um jede Stimme kämpfen, es wird sehr, sehr eng“, sagte am Mittwoch der Sprecher der Bürgerinitiative „Mainz für Gutenberg“, Henning von Vieregge.

Für die Gegner des sogenannten Bibelturm-Projekts sagte der Gründer der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum, Thomas Mann, der Wahlkampf werde inzwischen „immer aggressiver“. Da die Stadt die Befürworter massiv unterstütze, sehe sich das Lager der Bibelturm-Gegner in einem „Kampf von David gegen Goliath“.

Der 6200 Quadratmeter große Liebfrauenplatz am Dom werde mit dem Bibelturm auf einer Baufläche von 150 Quadratmetern nur gewinnen, sagte von Vieregge. Der Bibelturm werde eine Attraktion für Mainz und keine Belästigung.

Die Gegner kritisieren neben der städtebaulichen Wirkung des Entwurfs des Büros DFZ Architekten auch, dass es bislang kein vollständiges Finanzierungskonzept für die Erweiterung gebe. Allein der Bau des Bibelturms kostet rund fünf Millionen Euro, hinzu kommen Kosten für zusätzliche Erweiterungsbauten des Weltmuseums der Druckkunst.

Bis Dienstagabend haben nach Angaben des Ordnungsamts 20 870 von rund 161 800 stimmberechtigten Mainzern Unterlagen für eine Abstimmung mit Brief angefordert oder bereits vor Ort ihre Stimme abgegeben. Der Bürgerentscheid ist gültig, wenn entweder die Ja- oder die Neinstimmen ein Quorum von mindestens 15 Prozent der Stimmberechtigten erreichen, also etwa 24 270 Stimmen. Ansonsten liegt die Entscheidung wieder beim Stadtrat.

Bürgerinitiative Gutenberg-Museum

Bürgerinitiative Mainz für Gutenberg