Bei Anruf Bus

Weil immer weniger Menschen in der Region Bus fahren, werden immer mehr Buslinien vor allem auf dem Land unrentabel. Um trotzdem überhaupt noch Nahverkehr zu erhalten, wird derzeit von den Verantwortlichen ein neues Konzept erarbeitet.

Trier. In vielen vor allem kleineren Orten der Region wird künftig vermutlich nur noch dann ein öffentlicher Bus fahren, wenn man ihn vorher bestellt hat. Solche Ruf-Busse sollen möglich machen, dass es überhaupt noch ein Busangebot auf dem Land gibt. Das geht aus dem neuen Nahverkehrs-Konzept hervor, das in der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Verkehrsverbund Region Trier (VRT) hinter verschlossenen Türen beraten worden ist. Seit über zwei Jahren wird an dem Konzept gearbeitet, das vom zuständigen Verkehrsministerium für die Regionen Trier und Koblenz verlangt wurde. Insgesamt 500 Busverbindungen sind auf dem Prüfstand.
Eigentlich sollte es bereits im vergangenen Jahr von den Kreistagen und dem Trierer Stadtrat verabschiedet werden. Doch offenbar gestaltete sich die Neuordnung des Nahverkehrs im nördlichen Rheinland-Pfalz schwieriger als erwartet. Vor allem die Busunternehmen sollen sich angeblich mit neuen Linienführungen schwer getan haben.
Das neue Konzept ist nötig geworden, weil außer in der Stadt Trier die Linienbusse fast ausschließlich nur von Schülern benutzt werden. Da die Zahl der Schüler pro Jahr um durchschnittlich zwei Prozent zurückgeht, gehen auch die Einnahmen der Busunternehmen zurück. Dadurch sind viele Linien vor allem in der Eifel, im Hunsrück und auf dem Saargau unrentabel. Die Kreise müssen den Unternehmen die entgangenen Einnahmen ausgleichen. So zahlt zum Beispiel allein der Vulkaneifelkreis 200 000 Euro für sogenannte nicht auskömmliche Linien.
Um solche Linien künftig zu reduzieren, sollen verschiedene Linien gebündelt werden, weniger rentable Strecken sollen mit rentableren Strecken kombiniert werden, sagt Barbara Schwarz, Geschäftsführerin des Zweckverbandes VRT. Demnach wird es entsprechend der bestehen Regiolinien sogenannte Hauptlinien geben, die größere Städte und Bahnhöfe miteinander verbinden. Diese Hauptlinien sollen durch Nebenlinien, die die kleineren Orte verbinden, ergänzt werden.
Und dort kommen dann die Ruf-Busse ins Spiel. Beim Zweckverband ist man optimistisch, dass es durch die neuen, besser aufeinander abgestimmten Linien und Verbindungen möglich ist, ein bezahlbares Busangebot in der Region aufrechtzuerhalten. Wann das Konzept, das nun von den kommunalen Gremien abgesegnet werden soll, umgesetzt wird, steht aber noch nicht fest. Denn bestehende Linien können erst dann umgestaltet werden, wenn die laufenden Verträge mit den Busunternehmen ausgelaufen sind. Was klar ist: Im kommenden Jahr wird Bus- und Bahnfahren in der Region nicht teurer. Zum ersten Mal seit drei Jahren. Grund: Die niedrigen Spritpreise und damit geringere Kosten der Unternehmen.Extra

36 Millionen Euro mehr erhält Rheinland-Pfalz vom Bund aus den sogenannten Regionalisierungsmitteln. Mit diesen Mitteln unterstützt der Bund die Finanzierung des Nahverkehrs in den Ländern. Seit Jahren verlange dieser mehr Geld. Derzeit zahlt der Bund insgesamt 7,3 Milliarden Euro, künftig sind es acht Milliarden Euro. Pro Jahr sollen die Mittel um 1,8 Prozent steigen. Rheinland-Pfalz bekommt davon 418, statt bisher 382 Millionen Euro. Laut Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) ist damit gesichert, dass das bestehende Angebot des regionalen Busverkehrs im Land erhalten bleibt. wie