Bei Aus des Trierer Knastes: Anbau in Wittlich kostet 41 Millionen Euro

Kostenpflichtiger Inhalt: Anbau in Wittlich kostet 41 Millionen Euro : Trierer wehren sich gegen drohendes Gefängnis-Aus

Ein geplanter Anbau in Wittlich würde das Land 41 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung, ob die Haftanstalt schließt, gibt es bei der Betriebsversammlung am Dienstag noch nicht.

Wenn das Land das Trierer Gefängnis wirklich schließt, muss es mindestens 41 Millionen Euro in die Hand nehmen, um einen Altbau in Wittlich zu sanieren und dort neue Haftplätze zu schaffen. Die Summe nennt das rheinland-pfälzische Justizministerium dem Triererischen Volksfreund auf Anfrage. Das Land hatte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob ein Anbau in dem denkmalgeschützten Gebäude möglich ist und es den Trierer Knast dauerhaft aufgeben kann. Zu welcher Entscheidung es am Ende kommt, gilt in landespolitischen Kreisen inzwischen als ungewiss.

Ein drohendes Aus in Trier stößt auf Widerstand bei den Mitarbeitern. Winfried Conrad, Landeschef des Bundes der Strafvollzugsbediensteten (BSBD), warnt davor, den Knast dichtzumachen, in dem 120 Menschen arbeiten und 170 Gefangene sitzen. Er spricht von mehr als 130 000 Euro, die den Steuerzahler jeder einzelne, neue Haftraum kosten werde, von denen dort mehr als 300 entstehen könnten. „Ich hinterfrage kritisch, ob das Land dafür das Geld hat und es richtig einsetzt.

Die Haftplätze in Rheinland-Pfalz stagnieren, eine Wittlicher Anstalt mit dann mehr als 900 Gefangenen wäre völlig überdimensioniert und für Mitarbeiter kaum zu betreuen“, sagt Conrad, der auch explodierende Baukosten anführt, durch die ein Anbau die 50-Millionen-Euro-Marke übersteigen könne.

Eine anstehende Betriebsversammlung am Dienstag, zu der sich auch Justizstaatssekretär Philipp Fernis (FDP) angekündigt hat, sorgt für Unruhe bei den Trierer Mitarbeitern. Nach TV-Informationen soll dort aber keine Entscheidung fallen, weil Justiz- und Finanzministerium noch über eine Lösung verhandeln. Geld kann frühestens im Landeshaushalt 2021 stehen. Insider halten es für unwahrscheinlich, dass ein Anbau in Wittlich vor dem Jahr 2025 fertig wäre.

„Wir wollen so schnell wie möglich entscheiden“, sagt ein Sprecher des Justizministeriums, das ein mögliches Aus in Trier unter anderem damit begründet hat, den Bau der 1977 geschaffenen Justizvollzugsanstalt nicht mehr für zeitgemäß zu halten.

Die Mitarbeiter des Gefängnisses bekommen breite Unterstützung aus der Region. Der alte Trierer Stadtrat hat sich in einer Resolution für den Knast ausgesprochen. Der Konzer CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Henter fordert: „Die JVA Trier muss erhalten bleiben.“

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