1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Bei Rock am Ring sind dem Land die Hände weitgehend gebunden

Bei Rock am Ring sind dem Land die Hände weitgehend gebunden

Bleibt Rock am Ring in Mendig ohne staatliche Hilfen eine Eintagsfliege? Diese Befürchtung wird in der Region laut, nachdem die Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK) plötzlich Bedingungen für einen Verbleib des Festivals auf dem Flughafengelände stellt.


Innerhalb weniger Wochen will Konzertveranstalter Marek Lieberberg, der Anfang 2016 seine Agentur verlässt und zum US-Konkurrenten Live Nation wechselt, Zusagen für öffentliche Hilfen vorliegen haben - als Bedingung dafür, dass Rock am Ring in Mendig bleibt. Lieberberg spricht von "Konversionsmaßnahmen" und "erheblichen Erleichterungen". Doch kann das Land überhaupt Geld bereitstellen? Und so schnell? Eine Anfrage in Mainz hat ergeben: Der Landesregierung sind weitgehend die Hände gebunden.

Der springende Punkt: Das Flughafengelände, auf dem etwa 90.000 Zuschauer die 30. Auflage von Rock am Ring zelebrierten, ist in privater Hand. Die Vertrags- und Pachtverhältnisse sind kompliziert, aber im Kern gehört es der Triwo AG. Das Unternehmen mit Sitz in Trier entwickelt seit 40 Jahren Immobilien, verwaltet Vermögen und bewirtschaftet Immobilienbesitz. Vorstandschef ist Peter Adrian, zugleich Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Trier. Die Triwo AG ist eindeutig ein Privatunternehmen. Als Empfänger staatlicher Konversationsmittel fällt sie daher aus: "Grundsätzlich darf das Land nur die öffentliche Hand fördern", heißt es im Innenministerium.

Das Problem ist offenbar schon länger erkannt. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat bereits vor Wochen ein Gespräch der Verantwortlichen initiiert. Vertreter von Stadt Mendig, Verbandsgemeinde Mendig und Kreis Mayen-Koblenz waren dabei. An der Unterredung nahm auch Marek Lieberberg teil, so ein Sprecher des Ministeriums. Konkrete, realisierbare Forderungen der Marek Lieberberg Konzertagentur sollen hingegen bis heute nicht vorliegen.

Aber nur, wenn Projekte präzise benannt werden, können Zuschüsse abgeklärt werden, heißt es. Das Land könnte durchaus Infrastrukturmaßnahmen anteilig fördern, die Stadt, Verbandsgemeinde oder Kreis beschließen. Dazu zählen etwa zusätzliche Trassen für die Trinkwasserversorgung oder ein Ausbau der Abwasserversorgung, die dann die Kosten der Festivalveranstalter senken würden. Guter Wille ist in Mainz vorhanden. Nur brauchen Erschließungsprojekte und Förderanträge ihre Zeit. Von jetzt auf gleich geht da nicht viel. Lieberberg aber will belastbare Zusagen, um den Vorverkauf im September starten zu können. Das klingt ein wenig nach der Quadratur des Kreises.