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Beim Antennen-Fernsehen in der Region kostet der Empfang von Privatsendern ab 2018 Geld

Beim Antennen-Fernsehen in der Region kostet der Empfang von Privatsendern ab 2018 Geld

Auf deutsche Fernsehzuschauer kommen in den nächsten Jahren drastische Veränderungen zu. Die Branche verspricht ihnen bessere und schärfere Bewegtbilder, doch eigentlich steckt dahinter der Abschied vom kostenlosen Fernsehempfang.

Mehr als 150 000 Rheinland-Pfälzer nutzen nach Angaben der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) zurzeit noch Antennenfernsehen. Diese Empfangsvariante galt bislang als kostengünstige Alternative zu Kabel und Satellit. Doch spätestens am 1. Juli 2017 wird damit in den großen Ballungsräumen im Land Schluss sein.

Denn ab diesem Zeitpunkt beginnt beim Antennenfernsehen der Umstieg auf den Nachfolgestandard. "Zuschauer können dann bis zu 40 Privatsender, wie RTL oder ProSieben, in einer besonders hohen Qualität verfolgen", sagt Joachim Lehnert, Leiter der Abteilung Technik bei der LMK. Allerdings ist dieses Angebot nicht mehr kostenlos. Der Empfang der Privatsender wird nach Angaben von Media Broadcast dann für jedes Endgerät 69 Euro jährlich kosten. Media Broadcast ist für den Ausbau des Antennen-Netzes zuständig und will mit den Gebühren die Kosten für den Ausbau refinanzieren. Am Ende möchte das Unternehmen mit seinem Angebot etwa 80 Prozent der Haushalte in Deutschland erreichen. Der Netzausbau in der Region soll Ende 2018 abgeschlossen sein.

Zuschauern, die ihr Programm über Kabel empfangen, sind die monatlichen Gebühren bereits bekannt. Doch auch hier drohen weitere Kosten. Von den Millionen Kunden ist nach Angaben des Marktforschers TNS Infratest immer noch ein Viertel analog unterwegs. Aber spätestens wenn 2018 mit Vodafone (früher Kabel Deutschland) auch der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland aus seinem Angebot ein komplett digitales macht, werden sich viele Kunden entweder neue Empfangsmodule oder Fernseher kaufen müssen.

Danach haben sich die Zuschauer eine kurze Verschnaufpause verdient. Doch spätestens 2022 kommt der nächste Umbruch. Denn dann läuft eine Frist aus, bis zu der sich die Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL gegenüber dem Bundeskartellamt verpflichtet hatten, ihre Programme in der Standard-Auflösung ohne Verschlüsselung zu übertragen. Dann dürfte auch für Zuschauer, die ihre Sender per Satellit empfangen, das Ende des kostenlosen Fernsehens gekommen sein.

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Parteien im Landtag sind sich in der Bewertung des kostenpflichtigen DVB-T2-Empfangs weitgehend einig. Zum Fernsehempfang haben alle Parteien im rheinland-pfälzischen Landtag klare Positionen. Auf eines legen alle Wert: Die Programme der öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter müssen kostenfrei empfangbar bleiben.