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Beim heißen Thema Rente spürt die Arbeitsministerin Gegenwind

Beim heißen Thema Rente spürt die Arbeitsministerin Gegenwind

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stößt mit ihren Vorschlägen zur Bekämpfung der Altersarmut nicht nur bei Gewerkschaften und Sozialverbänden auf Kritik. Auch in den eigenen Reihen regt sich Unmut.

Berlin. Kritik an den neuesten Rentenplänen der Regierung: Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) warnte gestern davor, die geplante Zuschussrente für die Masse der Bedürftigen unerreichbar zu machen. Nach dem Konzept der Bundesarbeitsministerin sollen nur jene Niedriglöhner in den Genuss einer Zuschussrente von 850 Euro kommen, die 45 Jahre rentenversichert waren, davon 35 Beitragsjahre nachweisen können und obendrein mindestens 35 Jahre zusätzlich privat (Riester-Rente) oder betrieblich vorgesorgt haben. Haderthauer verwies auf die Altersarmut besonders von Frauen, die wegen ihrer familiären Anforderungen lange Zeit nicht erwerbstätig seien.
Dass die Zuschussrente für viele Frauen schon wegen der erforderlichen 35 Beitragsjahre wohl kaum in Betracht käme, belegen auch Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Demnach kamen die Frauen, die 2010 Rente bezogen, im Schnitt nur auf 26,8 (Männer: 40,2) Beitragsjahre.

Nach von der Leyens Rechnung sollen 2013 zwischen 15 000 bis 20 000 Menschen erstmals von der Zuschussrente profitieren. Für 2035 erwarte sie "gut eine Million" Zugangsberechtigte.
Unterdessen wurden unserer Zeitung Zahlen des Bundesarbeitsministeriums bekannt, nach denen sich die Durchschnittsrente für Versicherte mit mindestens 35 Beitragsjahren und die steuerfinanzierte Sozialhilfe (heute Grundsicherung im Alter) seit Mitte der 1990er Jahre deutlich aufeinander zu bewegen. 1995 lagen die Rentenbezüge der langjährig Versicherten im Schnitt noch 94 Prozent über der damaligen durchschnittlichen Sozialhilfe. Bis 2009 war der Abstand auf 61 Prozent geschrumpft.