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Bestatter aus der Region warnen vor Billig-Begräbnissen

Bestatter aus der Region warnen vor Billig-Begräbnissen

Wer mit Bestattern verhandelt, kann bis zu 40 Prozent der Kosten sparen, behauptet ein brancheninternes Internetportal. Die regionalen Vertreter der Zunft sagen: Preise vergleichen ist okay, aber Vorsicht vor „Entsorgungsbestattern“.

Wer ein neues Auto kaufen oder einen Handwerker beauftragen will, vergleicht die Preise. "Wenn aber ein enger Angehöriger verstorben ist, hat man dafür meist weder Zeit noch Kraft", sagt Fabian Schaaf, Geschäftsführer des Internetportals bestattungen.de. Dabei lassen sich nach Schaafs Meinung bei einem Begräbnis leicht einige Hundert Euro sparen - "ohne Qualitätseinbußen oder Verzicht auf eine pietätvolle Beerdigung".

Das Internetportal hat in 15 deutschen Städten die Preise von mehr als 200 Bestattern unter die Lupe genommen und dabei unverhandelte mit verhandelten Preisen verglichen. Ergebnis: Wer mit dem Bestatter feilscht, kann bis zu 40 Prozent sparen.

Eine Behauptung, die bei dem Wittlicher Beerdigungsunternehmer Guido Eis für Stirnrunzeln sorgt. "Klar kann man sparen", sagt Eis, aber nicht durch Feilschen, sondern den Verzicht auf bestimmte Leistungen. Werde etwa der Sarg vor der Beerdigung nicht noch in der Kapelle aufgebahrt, senke dies die Kosten um rund 200 Euro. Wer keine Sargträger benötigt, spart etwa 100 Euro. Nach Eis' Angaben kostet eine einfache Erdbestattung um die 2000 Euro. Die Urnenbestattung ist etwa 500 Euro teurer, dafür günstiger bei Grabgebühren und -pflege. Auch der Bitburger Bestattermeister Michael Leuschen sagt: "Wer beim Begräbnis sparen will, kann dies tun, indem er etwa notwendige Behördengänge selbst erledigt." Macht dies der Bestatter, werden die Kosten den Angehörigen in Rechnung gestellt.

Von Discountpreisen, wie sie in Großstädten schon üblich sind, halten die regionalen Bestatter nichts. "Ich will nicht der billige Jakob sein", sagt Leuschen, "die Leute vertrauen mir, dass ich ehrlich mit ihnen umgehe." Auch der Trierer Bestatter Werner Franzen hält nichts von Kampfpreisen. Er rät Angehörigen von Verstorbenen: "Holen Sie Angebote ein, und vergleichen Sie die Preise." So ließen sich bei einer Bestattung schon mal einige Hundert Euro sparen.