Kriminalität Trierer Gericht verhängt hohe Gefängnisstrafen für Betreiber eines kriminellen Marktplatzes

Trier · Angeblich war das australische Ehepaar auf Europareise. In Wirklichkeit aber betrieben die Eheleute einen illegalen Marktplatz im Internet. Dafür wurden sie jetzt in Trier zu hohen Haftstrafen verurteilt.

 Ein Blick ins Innere des Traben-Trarbacher Cyberbunkers. Auf den Computerservern soll auch der illegale Marktplatz der beiden Australier beheimatet gewesen sein.

Ein Blick ins Innere des Traben-Trarbacher Cyberbunkers. Auf den Computerservern soll auch der illegale Marktplatz der beiden Australier beheimatet gewesen sein.

Foto: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

Bis der heute 13-jährige australische Junge seine Eltern erstmals in Freiheit wieder sieht, werden viele Jahre vergangen sein. Neun Jahre Gefängnis brummte das Trierer Landgericht am Freitag seinem 36 Jahre alten Vater auf, fünfeinhalb Jahre seiner 34-jährigen Mutter. Beide Elternteile wurden verurteilt, weil sie im Internet einen kriminellen Marktplatz betrieben haben, über den vornehmlich Drogen jeglicher Art verkauft wurden. Nicht von den Angeklagten selbst, sondern von rund 2400 Vendoren, wie die Rauschgiftverkäufer genannt werden. Von den Vendoren konnten die Ermittler übrigens nur eine Handvoll identifizieren; der Rest verschanzt sich weiter hinter ihren gewählten Spitznamen in der Anonymität.