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Betrug: Trierer Behörde fällt auf falschen Lehrer rein

Betrug: Trierer Behörde fällt auf falschen Lehrer rein

Fast fünf Jahre lang hat ein 43-Jähriger mit gefälschten Zeugnissen als Gymnasiallehrer in Landau gearbeitet, obwohl er nicht einmal das Abitur hatte. Der Schulaufsicht in Trier zufolge war erst bei der Organisation der Abi-Prüfungen aufgefallen, wie wenig Ahnung der Mann hatte.

Er hatte weder Abitur, noch einen rechtmäßigen Hochschulabschluss — dennoch hat ein 43-Jähriger in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fast fünf Jahre lang als Lehrer gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft im pfälzischen Landau klagte den Mann nun wegen Betrugs und Urkundenfälschung an, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Der Mann soll sich die Stellen im Staatsdienst mit gefälschten Zeugnissen und Papieren erschlichen haben. "Zu keinem Zeitpunkt" habe er in seinem Leben ein Gymnasium besucht. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann die meisten Vorwürfe zugegeben.

Der Betrug begann vor sechs Jahren. Mit falschen Zeugnissen bewarb sich der Angeklagte auf eine Stelle als Sport- und Biologielehrer im baden-württembergischen Rastatt. Er wurde auch zum zweiten Staatsexamen zugelassen, das er mit der Note 3,5 bestand. Doch auch dieses Zeugnis fälschte er und gab sich die Note 1,5. Ab 2008 unterrichtete er an einem Landauer Gymnasium.

Ans Licht kam der Betrug dort wegen schlechter Leistungen. Er wurde vergangenen September fristlos entlassen.
Nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, die für die Einstellung von Lehrern zuständig ist, waren im Zusammenhang mit einer Abiturprüfung so grundlegende Organisationsprobleme des Lehrers aufgefallen, dass "massive Zweifel an seiner Qualifikation" aufkamen.

Daraufhin wurden seine Zeugnisse beim Studienseminar überprüft. Auf die Frage, wie es überhaupt möglich ist, dass ein Betrüger so lange ungeschoren davonkommt, heißt es von der ADD: Die Bewertungen der Schule seien unauffällig gewesen. Und: "Der Mann hat nicht zu den Stärksten gehört." Doch die habe man ja in jedem Bereich.

Den Ermittlern sagte der 43-Jährige, seine Eltern hätten ihn unter Druck gesetzt, Abitur zu machen und zu studieren. Da er aber unter einer Konzentrationsstörung litt, habe er den Wunsch nicht erfüllen können. kah/dpa