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Bewältigung der Flüchtlingskrise: Vertrauen der Bürger schwindet

Bewältigung der Flüchtlingskrise: Vertrauen der Bürger schwindet

Immer mehr Flüchtlinge kommen ins Land, und die Stimmung in der Bevölkerung kippt. Die Mehrheit der Deutschen meint laut einer neuen Umfrage, dass der anhaltende Zuzug von Asylbewerbern nicht zu bewältigen ist.

Trier. Viele Deutsche glauben offenbar nicht mehr an das "Wir schaffen das" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Laut ZDF-Politbarometer hat sich die Stimmung in Sachen Flüchtlinge geändert. 51 Prozent der Befragten sind der Meinung, Deutschland könne die große Zahl von Flüchtlingen nicht verkraften. 45 Prozent glauben noch daran.
Vor zwei Wochen waren noch 57 Prozent der Ansicht, die Flüchtlingskrise sei zu meistern. Laut dem Landauer Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli steckt dahinter keine steigende Fremdenfeindlichkeit. Vielmehr seien die Pro bleme durch die hohe Zahl der Flüchtlinge vor Ort angekommen und damit für die Bürger spürbar, sagte Sarcinelli dem TV.

Mit der Skepsis der Bürger geht auch ein Vertrauensverlust gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel einher. Nur noch 46 Prozent (minus vier) sind der Meinung, dass Merkel bei den Themen Flüchtlinge und Asyl ihre Arbeit eher gut macht, 48 Prozent (plus fünf) stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Davon zu profitieren scheint vor allem die Partei AfD. Sie kommt bei der ZDF-Umfrage bundesweit auf sechs Prozent (plus eins).

Unterdessen droht CSU-Chef Horst Seehofer mit einer Verfassungsklage gegen den Bund, falls die Bundesregierung nicht die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge begrenzt. Zudem fordert Bayern die Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze.

In Rheinland-Pfalz kommen derzeit täglich rund 500 Flüchtlinge neu an. Das Land erhöht seine Aufnahmekapazitäten. In Wittlich wird geprüft, ob in einem ehemaligen Baumarkt bis zu 1500 Flüchtlinge untergebracht werden können. Bislang sind noch nicht alle der mittlerweile 25 Aufnahmeeinrichtungen winterfest. Das bestätigte eine Sprecherin der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Die Einric htungen in der Region Trier seien für den Winter gerüstet - auch die dort stehenden Zelte - oder ließen sich "ganz kurzfristig nachrüsten beziehungsweise beheizen". Aber: "Ein beheizbares Zelt ist eine absolute Notunterkunft. Wir versuchen, alle Menschen in feste Unterkünfte zu bekommen."