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Stipshausen/Birkenfeld: Bikepark Idarkopf: Erste große Hürde ist genommen

Stipshausen/Birkenfeld : Bikepark Idarkopf: Erste große Hürde ist genommen

Die raumplanerische Prüfung der Kreisverwaltung Birkenfeld ist positiv ausgefallen. Damit kann das Bebauungsplanverfahren für das Millionenprojekt am Idarkopf neu gestartet werden.

Die erste Hürde ist übersprungen: Die Kreisverwaltung hat keine grundsätzlichen K.o.-Kriterien gefunden, die das Aus für den „Bike- und Naturerlebnispark am Idarkopf“ bedeutet hätten – so fasst Dezernent Jürgen Schlöder das Ergebnis der vereinfachten raumplanerischen Prüfung durch die Behörde zusammen. Diese hatte die Ortsgemeinde Stipshausen beantragt, die auf dieser Grundlage jetzt das Bebauungsplanverfahren fortführen kann. Dabei wird dann noch einmal im Detail geprüft, ob das Projekt wie geplant verwirklicht werden kann. Schlöder hält es deshalb für verfrüht, von einem Durchbruch zu sprechen. Bei der raumplanerischen Prüfung wurde nach seinen Angaben unter anderem gecheckt, ob Festlegungen im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan einen Bikepark an diesem Standort unmöglich machen. Nein, lautet das Ergebnis. Grundsätzlich keine Chance gäbe es beispielsweise, wenn das Gelände in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück liegen würde – was nicht der Fall ist.

Nach der ursprünglichen Planung sollten die Trails über die frühere Piste des Skizentrums am Idarkopf führen. Als erhebliche Bedenken dagegen laut geworden waren, hatte die Ortsgemeinde das Bebauungsplanverfahren gestoppt. Jetzt soll die ehemalige Piste, heute ein Bergwiesen-Biotop, frei bleiben. Stattdessen sollen die Biker nebenan ins Tal düsen, wo ein Fichtenwäldchen der Gemeinde steht. Mit dieser Änderung und anderen Nachbesserungen wird das Verfahren jetzt neu gestartet.

Gegen den Bescheid der raumplanerischen Prüfung sind anders als gegen den Bebauungsplan keine Rechtsmittel möglich. Der Verein „Naturschutzinitiative“ steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber. Auch Landesforsten hat dem Vernehmen nach Bedenken geäußert, während alle Verbandsgemeinden, der Stadtrat von Idar-Oberstein, der Kreistag und auch das Umweltministerium in Mainz dahinterstehen.

Ortsbürgermeister Frank Marx will erst den schriftlichen Bescheid zur raumplanerischen Prüfung abwarten, bevor er diesen inhaltlich bewertet. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen wolle er da lieber auf Nummer sicher gehen, sagt er.  „Es ist schön, dass uns damit bestätigt wird, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont der Bürgermeister. Schließlich habe die Ortsgemeinde bisher schon viel Arbeit und Geld in die Projektplanung gesteckt. Er sei froh, dass der Gemeinderat auch in dieser langen Phase trotz einiger Rückschläge immer mitgezogen habe. Wenn der Bescheid der Kreisverwaltung vorliegt, wollen er und Projektplaner Nico Reuter sich ausführlich äußern, kündigte Marx an.

Seit 2013 versucht Reuter mit seinem Planungsbüro Ecoparc-Concepts, im Schulterschluss mit der Ortsgemeinde im ehemaligen Skigebiet am Idarkopf Deutschlands größten Bikepark zu verwirklichen. Er geht von Kosten von 3 bis 5 Millionen Euro aus, hatte er im März vorigen Jahres im Tourismusausschuss der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen berichtet. Man müsse mehr als zwei Millionen Euro an Eigenkapital aufbringen. Privatinvestoren und ein Lifthersteller würden ihren Teil zur Finanzierung beitragen, dazu kämen Fördermittel.

„Das ist der beste Mittelgebirgsstandort in ganz Deutschland“, schwärmte Reuter seinerzeit im Ausschuss. Dieser unterscheide sich von allen anderen durch die Lage an einem Südhang. Nordhänge seien kalt und feucht und für Wintersport geeignet, ein Südhang wie am Idarkopf aber „aus Bikersicht genial“.

Die Sportart, die auch immer mehr Ältere mit E-Bikes ausüben, boome: Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung rechnet Reuter deshalb mit 27.500 Besuchern. Die Zielgruppe sei in der Regel finanzstark, es gebe einen hohen Anteil an Akademikern.