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Bildungsministerin stellt heute Konzept zu Lockerungen vor.

Rheinland-Pfalz : In die Kitas dürfen wieder mehr Kinder

Bildungsministerin stellt heute Konzept zu Lockerungen vor. Die CDU kritisiert, Eltern seien verunsichert.

Rheinland-Pfalz lockert den Zugang zu den Kindertagesstätten, damit die Kleinsten wieder ihre Freunde sehen können und der Stresspegel berufstätiger Eltern etwas sinkt. Ein Konzept, wie das Land wieder zu einem eingeschränkten Regelbetrieb ab Juni kommen kann, bei dem alle Kinder häufiger in die Kitas dürfen, stellt Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) heute in Mainz vor.  

Der Oppositionsführer im Mainzer Landtag, CDU-Fraktionschef Christian Baldauf erhöht zuvor den Druck auf die Ministerin. Er sagt: „Die Eltern und Erzieher in Rheinland-Pfalz sind verunsichert. Sie wollen wissen, wie es in den Kitas weitergeht und wie sie in der kommenden Zeit entlastet werden. Wir hören, dass in einzelnen Kitas bereits Kinder nicht mehr für die Notbetreuung angenommen werden, weil es an Personal fehlt.“

Andreas Winheller, Vorsitzender des Landeselternausschusses, erhofft sich mehr Erzieher und Räume für die Kitas, um der Hygiene gerecht zu werden und zugleich mehr Kinder in die Tagesstätten zu lassen. „Für jedes Kind braucht es ein Angebot der Kitas“, fordert Winheller. Die Zahl der Kinder, die in den Wochen der Corona-Krise die Notbetreuung der Kitas aufsuchte, ist bereits von rund 3700 auf etwa 22 000 gewachsen, weil das Land diese um sozial benachteiligte Jungs und Mädchen ausweitete. Zwölf Prozent der Kita-Kinder besuchen damit die Notbetreuung, teilt das Land mit. Heißt im Umkehrschluss: 88 Prozent der Kita-Kinder bleiben den Tagesstätten momentan fern.

Winheller sagt dennoch, das Land biete „die elternfreundlichste Regelung in Deutschland an, weil es die Notbetreuung von Anfang an nicht nur auf systemrelevante Berufe beschränkt hat“. Einzelne Träger hätten die Vorgaben der Landesregierung in der Realität aber strenger ausgelegt, weil Trägerautonomie herrsche und das Land nicht von oben herab regieren könne. „Ich kenne kaum Eltern, die mit der Situation nicht überfordert sind“, sagt Winheller. Klaus-Peter Hammer, Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sagt, gerade in Ballungszentren wie Trier und Mainz sei die Notbetreuung schwer zu managen. „Viele Eltern verstehen außerdem nicht, warum sie ihr Kind nicht in die Notfallbetreuung bringen dürfen“, sagt er. Erste Signale von Verhandlungen mit dem Land zeigten aber, dass beim neuen Konzept „alle Akteure mitgenommen werden“. Was Hammer klar ist: „Bei den kleinen Kindern ist es am Allerschwersten, die Abstände einzuhalten, auf die wir im Zusammenleben gerade achten.“

CDU-Oppositionsführer Baldauf befürwortet, die Kitas im Land stufenweise zu öffnen. Der Gesundheitsschutz müsse aber an erster Stelle stehen. Die CDU fordere daher, alle Erzieher aus der Kita-Notbetreuung regelmäßig auf das Coronavirus zu testen – unabhängig von den Symptomen. „Damit schützen wir alle: Die Kinder, die Erzieher und die Eltern“, sagt Baldauf.