Billiges Rohöl macht Tanken und Heizen so günstig wie lange nicht - Aber Trierer zahlen deutlich mehr als andere
Trier · Heizöl ist so günstig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Auch Autofahrer freuen sich: Ein Liter Diesel kostet in einigen Städten Deutschlands und in Luxemburg weniger als 1.Euro. Der Sprit in Trier ist allerdings mit 1,25 Euro bundesweit am teuersten.
Wie sehr die Spritpreise gesunken sind, lässt sich auch an einer Statistik der Polizei erkennen. Die Zahl der Kraftstoffdiebstähle in der Region ist von 283 im Jahr 2014 auf bislang 137 im laufenden Jahr zurückgegangen. "Lediglich am Schwerpunkt Eifel hat sich nichts geändert", sagt Polizeisprecher Uwe Konz.
Nach wie vor seien an den Autobahnraststätten geparkte LKW das beliebteste Ziel von Dieseldieben. Angesichts eines Liter-Preises von 0,95 Euro am Montag an den Luxemburger Tankstellen ist das kriminelle Abzapfen von Diesel deutlich weniger gewinnversprechend als noch vor einem Jahr. Aber vielleicht blicken diese Kriminellen bei ihrer Kalkulation lediglich nach Trier. An den Tankstellen dort wird derzeit bundesweit der höchste Dieselpreis verlangt: 1,25 Euro waren es gestern Abend.
Im Rest der Region variiert der Preis zwischen 1,05 Euro (Wittlich), 1,08 (Bitburg und Daun), 1,11 (Morbach) und 1,14 Euro (Saarburg). Eine eindeutige Erklärung für diese großen Preisunterschiede, vor allem zwischen Trier und Luxemburg, ist nicht zu erhalten. "Wir können mit Luxemburg nicht konkurrieren", stellt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg klar.
Der Preis in einer Stadt hänge immer von den unmittelbaren Wettbewerbern ab. In der Regel steige der Preis, wenn die verkaufte Menge Kraftstoff zu gering sei, um ausreichend Gewinn zu erzielen. "In Grenzregionen ist die Situation schwierig."
Beim Thema Heizöl profitieren die Verbraucher in Trier allerdings ebenso wie die im Rest Deutschlands von den niedrigsten Preisen seit sechs Jahren. 50 Euro pro 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) waren gestern im Durchschnitt zu bezahlen. Angesichts der Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), ihre Fördermenge nicht einzuschränken, ist mit steigenden Preisen bei Benzin, Diesel und Heizöl vorerst nicht zu rechnen.