Biomüll-Container in der Region Trier laufen über

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfall : Überfüllte Container: Biomüll stapelt sich und sorgt für stinkige Laune in der Region

Volksfreund.de-Leser beschweren sich, weil Container in vielen Orten überquellen und Essensreste schon Ratten anlockten. Der Zweckverband Abfallwirtschaft kündigt an, auf die Kritik zu reagieren.

Wer zwischen Weihnachten und dem Beginn des neuen Jahres seine Tüten mit Bioabfall zu den Containern in der Region brachte, erlebte oft eine böse Überraschung. Die Behälter waren hoffnungslos überfüllt, am Boden stellten Bürger ihre Tüten einfach ab, viele verpackten den Bioabfall in Plastik, eine Rollstuhlfahrerin konnte den Deckel des Containers nicht öffnen, auf den Wegen lagen Essensreste, die schon Ratten anlockten. Das ist das Bild, das Leser dem Volksfreund zeichnen.

TV-Leser Hans-Willi Triesch aus Trier beklagt, dass bei einem tagelang nicht geleerten Container in Zewen-Oberkirch viele Leute ihre Bio-Mülltüten einfach vor und auf den vollen Behälter stellten. Er spricht von einem „Rattenloch“ und einem Zustand, der Wildschweine anlocke. Auch auf Facebook meldeten sich viele Leser, die sich über zu wenig Container und fehlende Entsorgung beklagten.

Besonders groß ist der Widerstand in der Vulkaneifel, wo die Einwohner von diesem Jahr an den Abfall in den Containern und nicht mehr in der Biotonne entsorgen. Karl Hüppeler von der Initiative „Mehr Bürgerwille“ hat dem Kreis am Donnerstag mehr als 11 000 Unterschriften übergeben, in denen Vulkaneifeler fordern, die Biotüte zu stoppen.

Ingrid Wesseler aus Daun, Initiatorin der Interessengemeinschaft für den Erhalt der Biotonne im Landkreis Vulkaneifel, sagt: „Ich kann nachvollziehen, dass vielen Leuten die Hutschnur platzt, weil ein bewährtes System gekippt wurde, Biotüten schnell reißen und die hygienischen Zustände an vielen Containern einfach eklig sind.“ Hans-Peter Felten vom Naturschutzbund in Daun sagt: „Probleme mit der Biotüte gibt es in der ganzen Region.“ Der Nabu lehne das Konzept unter anderem ab, weil es einen Individualverkehr mit Tausenden Autofahrten erzeuge, „der nicht zeitgemäß ist“.

Max Monzel, Verbandsdirektor des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Trier (ART) sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass „spätestens am Samstag alle Container im Vulkaneifelkreises und an allen problematischen Standorten in den anderen Landkreisen und der Stadt Trier leer, im hygienisch einwandfreien Zustand und die Peripherien gereinigt sind“.

Die große Zahl an Bürgern, die in der Vulkaneifel ihren Abfall bereits jetzt in Containern abgebe, spreche dafür, dass das System angenommen werde. „Der Zulauf hat uns aber überrascht“, gibt Monzel zu, der davon spricht, dass es beim Aufstellen der Container „nennenswerte Widerstände einiger Bürgermeister“ gegeben habe. Der  ART wolle Kritiker zum Runden Tisch einladen und Lösungen finden, um Schwächen des Systems zu beheben. Bürger sollen künftig auf der Homepage des Zweckverbandes mit einem Klick anzeigen können, wo Container überfüllt sind. Schilder sollen darauf hinweisen, dass Bürger vor Behältern keinen Müll abstellen dürfen.

Der TV greift regionale Kritik auf und erklärt zudem in einer Grafik, wie das Entsorgungs- und Verwertungszentrum Mertesdorf funktioniert. Das alles lesen Sie hier.