Bis Weihnachten soll kein Flüchtling mehr im Zelt schlafen müssen

Mainz · Fast 50.000 Flüchtlinge wurden seit Januar in Rheinland-Pfalz registriert. Noch immer kommen täglich über 500 weitere hinzu. Die Innenminister der Länder werden sich ab heute in Koblenz auch mit dem Thema beschäftigen.

Bis Weihnachten soll kein Flüchtling mehr in Rheinland-Pfalz in einem Zelt schlafen müssen. Das kündigte die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Integrationsministerium, Margit Gottstein (Grüne), gestern an. In der Aufnahmeeinrichtung Trier seien die Zelte bereits geräumt, in der Aufnahmeeinrichtung Hermeskeil leben noch bis zu 765 Flüchtlinge und auf dem Bitburger Flughafen 306 Menschen in Zelten. In den nächsten Tagen sollen die Flüchtlinge in festen Unterkünften untergebracht werden. Abgebaut würden die Zelte aber nicht, sagte Gottstein. Man brauche sie als Puffer für die Weihnachtstage, um schnell auf einen möglichen Anstieg der Flüchtlingszahlen reagieren zu können.
Noch immer kommen rund 500 Asylbewerber täglich nach Rheinland-Pfalz. Gestern waren es 541. Die meisten davon (308) sind auf eigene Faust nach Rheinland-Pfalz gekommen und nicht wie bisher nach dem Grenzübertritt in Bayern dem Land zugewiesen worden. Von einem Rückgang der Flüchtlingszahlen, wie sie die Bundespolizei gestern meldete, sei damit in Rheinland-Pfalz nichts zu spüren, so Gottstein. In den Aufnahmeeinrichtungen in der Region in Trier, Bitburg, Hermeskeil und Wittlich lebten gestern 3740 Flüchtlinge, landesweit waren es 13 352.

Die Kommunen erwarten in den nächsten Wochen einen starken Anstieg der ihnen zugewiesenen Flüchtlinge. Daher plant der Kreis Trier-Saarburg mehrere Gemeinschaftsunterkünfte. So sollen etwa in einer Kaserne in Saarburg 200 Asylbewerber unterkommen, in Kenn sollen auf einem ehemaligen Firmengelände bis zu 150 Flüchtlinge beherbergt werden.

Insgesamt wurden in Rheinland-Pfalz seit Jahresanfang 47044 Asylbewerber registriert. Bundesweit waren es laut dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) 972 454. Auch bei der heute in Koblenz beginnenden Innenministerkonferenz wird es um das Thema Flüchtlinge gehen. Lewentz spricht sich für eine Verteilquote für Flüchtlinge in Europa aus. Für EU-Länder, die sich weigern Flüchtlinge aufzunehmen, müsse es Sanktionen geben, so der SPD-Politiker.