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Bisher keine Lockerungen: Eifeler Friseur klagt gegen 2G-Corona-Regel

Pandemie : Wann werden die Corona-Regeln gelockert? Eifeler Friseur klagt gegen die 2G-Regel

Die Diskussion über Lockerungen nimmt an Fahrt auf. In Luxemburg sind diese größtenteils aufgehoben, Rheinland-Pfalz will ebenfalls schrittweise öffnen. Dem Chef des Friseurverbandes geht das nicht schnell genug.

Während in Luxemburg  seit Freitag ein Großteil der Corona-Maßnahmen aufgehoben wurde, wird in Deutschland noch über Lockerungen diskutiert. Vor der neuerlichen Bund-Länder-Runde am Mittwoch werden die Rufe nach schrittweisen Öffnungen lauter.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will sich bei der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz für bundeseinheitliche Regeln für Großveranstaltungen und den Einzelhandel (Wegfall der 2G-Regel) einsetzen. Die Menschen erwarteten zu Recht, dass gelockert werde, sagte Dreyer der Rheinischen Post.

Für Rheinland-Pfalz hatte sie bereits einen Öffnungsfahrplan verkündet. So sollen ab Freitag wieder mehr Zuschauer bei Veranstaltungen erlaubt sein und die Zugangsbeschränkungen für den Handel sollen gekippt werden. Am 4. März sollen Kontaktbeschränkungen für Geimpfte entfallen, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen soll 2G (zweifach Geimpfte und Genesene brauchen keinen zusätzlichen negativen Corona-Test) statt 2Gplus gelten und bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie etwa Friseuren gilt dann 3G statt derzeit 2G.

Dem Friseur Guido Wirtz aus Körperich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) geht das nicht schnell genug. Er klagt gegen die derzeit geltende 2G-Regel bei Friseuren. „Wir wollen gerichtlich überprüfen lassen, ob die Regelung für die Inanspruchnahme von Friseurdienstleistungen rechtlich einwandfrei ist“, begründet er die Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht Mainz. Wirtz ist Landesvorsitzender des Verbands Friseure und Kosmetik. Er verweist auf die Umsatzeinbußen, die er und seine Kollegen durch die seit nun fast zwei Jahre andauernden Einschränkungen hinnehmen müssten. „Die Kunden, die wegen der Regelungen nicht mehr zu uns in den Salon kommen, haben andere Wege gefunden. Haare wachsen immer.

Aber die Dienstleistung findet jetzt eben im Nachbarland statt oder in der Schwarzarbeit zu Hause“, sagt Wirtz, den ärgert, dass etwa im Nachbarbundesland Hessen kein 2G für den Friseurbesuch gilt. 

Es ist nicht zum ersten Mal, dass der Friseur aus der Eifel gegen die Corona-Maßnahmen klagt. Vor genau einem Jahr ging er gegen die verordnete Schließung der Salons in Rheinland-Pfalz vor. Bevor das Gericht entschied, durften in Rheinland-Pfalz die Friseursalons wieder aufmachen.

In Luxemburg gilt seit dem Wochenende in der Gastronomie wieder die 3G-Regelung, Ungeimpfte dürfen wieder in Kneipen und Restaurants, brauchen dafür einen negativen Test. Ebenso wurde die Sperrstunde in der Gastronomie aufgehoben. Bars und Diskotheken sind wieder offen. Keine Einschränkungen gibt es mehr im Privaten.

Solche Öffnungsperspektiven fordert der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Peter Adrian, auch hierzulande. „Jede Idee ist willkommen, damit die betroffenen Betriebe in einen besseren Frühling starten und danach einen ,Super-Sommer´ erleben. Verkaufsoffene Sonntage oder mehr Außenflächen für die Gastronomie ab Frühjahr gehören dazu“, sagte Adrian, der auch Präsident der Trierer Industrie- und Handelskammer ist.