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Bistum Trier: 33 statt 35 XXL-Pfarreien (Update)

Dechant Clemens Grünebach, Leiter der Prozessgruppe Raumgliederung, Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg und Anja Peters, Mitglied der Steuerungsgruppe Zukunft der Pfarreien im Bistum Trier. TV-Foto: Friedemann Vetter
Dechant Clemens Grünebach, Leiter der Prozessgruppe Raumgliederung, Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg und Anja Peters, Mitglied der Steuerungsgruppe Zukunft der Pfarreien im Bistum Trier. TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Im Bistum Trier soll es künftig nur noch 33 Großpfarreien geben, zwei weniger als die bisherigen Pläne vorsahen. Das gab am Montagnachmittag der für den Neuzuschnitt der Pfarreien zuständige Dechant Clemens Grünebach bekannt.

Ursprünglich war geplant, die Zahl der Pfarreien in Deutschlands ältestem Bistum von jetzt 887 auf 35 zu reduzieren. Gegen die im März vorgestellten Pläne hatte es aber teils massive Kritik gegeben. In den zurückliegenden Monaten trudelten bei den Bistumsverantwortlichen um die 3000 Änderungsvorschläge ein. Etliche Vorschläge seien berücksichtigt worden, "an vielen Stellen wurden die Raumgrenzen gegenüber den ursprünglichen Planungen noch einmal deutlich verändert", sagte Chefplaner Grünebach. Unterm Strich werde deshalb die Zahl der neuen Großpfarreien noch einmal sinken - auf dann 33. Davon liegen 24 Pfarreien in Rheinland-Pfalz, neun im Saarland.

Hier gibt es die detaillierten Pläne 

In der Region Trier wird es künftig nur noch zehn statt der bislang geplanten elf Großpfarreien geben. Die ursprünglich geplante Pfarrei Schweich fällt weg, das Terrain wird den neuen Maxipfarreien Trier, Bitburg, Wittlich und Hermeskeil zugeschlagen. Trier wird deutlich größer werden und mit 88.000 Katholiken die regionale Pfarrei mit den meisten Gläubigen sein.

Die künftige Pfarrei Saarburg wird etwas kleiner sein als ursprünglich geplant, weil die Kirchengemeinden Schillingen, Mandern-Waldweiler und Kell am See Hermeskeil zugeordnet werden. Hermeskeil wird deutlich größer, gibt aber die zur Gemeinde Morbach gehörenden Pfarreien an Bernkastel-Kues ab. Wittlich bekommt im Gegensatz zum ersten Entwurf die Pfarreiengemeinschaft Alftal zugeordnet. Bitburg bleibt weitgehend unberührt, verliert lediglich Bollendorf/Wallendorf an die auch um Schönecken/Waxweiler wachsende zukünftige Pfarrei Neuerburg. Prüm wird die komplette Pfarreiengemeinschaft Obere Kyll zugeschlagen, die Änderungen in Daun und Gerolstein halten sich in Grenzen.

Über die Pfarrorte, in denen die jeweiligen Leitungsteams der XXL-Pfarreien angesiedelt werden, soll erst im Sommer nächsten Jahres abschließend entschieden werden. Offen sei auch, ob in dem Ort alle Priester einer Großpfarrei wohnen müssten oder nur der leitende Geistliche, sagte der Leiter des Synodenbüros, Christian Heckmann. Auch die viel diskutierte Frage, was mit dem Vermögen der einzelnen Pfarreien passiert, ist noch nicht abschließend entschieden.

Die Laienorganisation Wir sind Kirche kritisierte, dass sich die Planungen für die Zukunft nur an der Anzahl der Priester orientiere. Dabei könnten auch Diakone, Pastoralreferenten oder qualifizierte Laien eine Kirchengemeinde leiten, sagte der für das Bistum Trier zuständige Sprecher Hanspeter Schladt. "Dann bräuchten sie die Pfarreien jetzt nicht plattzumachen."

So geht's jetzt weiter: Am 24. November beraten die Räte, die Leitungsgremien des Bistums und Vertreter kirchlicher Berufsgruppen und Einrichtungen abschließend über das Thema. Im Lauf des nächsten Jahres soll die Neugliederung in Kraft gesetzt werden. Zum 1. Januar 2020 werden dann die XXL-Pfarreien die bisherigen Pfarreien ablösen.

Alte Struktur, neue Struktur: (sey) Noch sind die Pfarreien im Bistum Trier in 32 Dekanaten zusammengeschlossen, die jeweils von einem Dechanten geleitet werden. Künftig werden die Dekanate wegfallen und durch die neuen Großpfarreien ersetzt. Über den jeweiligen Pfarrort oder Hauptsitz soll erst im nächsten Jahr entschieden werden. Derzeit gibt es im Bistum 294 aktive Priester. Nach Schätzungen werden es in zehn Jahren nur noch zwei Drittel sein. Die Zahl der Ruhestandsgeistlichen - aktuell 288 - nimmt dagegen weiter zu.

Bistum Trier: (sey) Das Bistum ist das älteste unter den 27 deutschen Bistümern. Trier ist seit dem 3. Jahrhundert Bischofssitz. Das Bistum umfasst die ehemaligen Regierungsbezirke Trier und Koblenz sowie Teile des Saarlands. Im Bistum leben knapp 2,5 Millionen Menschen, darunter 1,4 Millionen Katholiken. Derzeit gibt es im Bistum 887 Pfarreien, die in 172 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst sind. Vor ein paar Jahren gab es noch 985 Pfarreien in 389 Pfarreiengemeinschaften. Nach der von Bischof Stephan Ackermann angestoßenen Reform sollen noch 33 Pfarreien übrigbleiben.Mehr zum Thema

Kommentar: Das hat bisher weder Hand noch Fuß