Bistum Trier : Gespart wird erst im nächsten Jahr

Trier · Das Bistum Trier kann auch seinen diesjährigen Haushalt nur durch einen millionenschweren Griff in die Rücklagen ausgleichen. Ab dem kommenden Jahr soll dafür richtig gespart werden. Wo, wird erst im Februar verraten.

Trier. Wäre das Trierer Bistum ein ganz normales Unternehmen, hätte es inzwischen ein dickes Problem. Schon das vierte Jahr in Folge können Generalvikar Georg Holkenbrink und seine Finanzchefin Kirsten Straus den Haushalt nur ausgleichen, indem sie ans Ersparte gehen.
Um knappe 24 Millionen Euro übersteigen die Ausgaben des Bistums in diesem Jahr die Einnahmen von geschätzt 343 Millionen Euro. Hätte das Bistum nicht ein sattes Finanzpolster von rund 200 Millionen Euro, müsste es entweder Schulden machen oder Insolvenz anmelden. Damit die noch millionenschwere Rücklage nicht immer weiter abschmilzt, haben die Verantwortlichen im Generalvikariat ein Sparpaket geschnürt, das den Haushalt bis Ende 2016 um insgesamt 30 Millionen Euro entlasten soll. Weitere zehn Millionen Euro sollen in den Folgejahren eingespart werden.
Wo genau der Rotstift angesetzt werden soll, will der Generalvikar erst im kommenden Monat verraten. Klar ist: Den größten Sparbeitrag sollen mit rund elf Millionen Euro die Kirchengemeinden leisten. Aber auch bei den Kindertageseinrichtungen und der Erwachsenbildung soll kräftig gespart werden.
"Die Entscheidungen werden in manchen Feldern schmerzhaft sein", kündigte der Generalvikar bei der gestrigen Vorstellung des Haushaltsplans an. Konkreter wollte sich Georg Holkenbrink aber nicht äußern.
Hauptausgabenblock ist mit 216 Millionen Euro immer noch das Personal. Größter Einnahmeposten ist mit 254 Millionen Euro die Kirchensteuer.
Zuletzt stiegen die Einnahmen leicht, vor allem wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Künftig dürfte das Bistum schon allein wegen der demografischen Entwicklung und des Rückgangs der Gläubigenzahlen (derzeit: knapp 1,5 Millionen) weniger Kirchensteuern einnehmen. Vor vier Jahren waren es noch 265 Millionen Euro und damit elf Millionen Euro mehr als in diesem Jahr gewesen.
Während das Sparpaket erst ab 2013 greifen soll, will das Bistum in einigen Bereichen noch in diesem Jahr investieren. Allein für die Heilig-Rock-Wallfahrt sind demnach Sachkosten von 3,5 Millionen Euro eingeplant. "Die Sache ist uns das wert, auch in Zeiten geringer werdender Mittel", rechtfertigte Generalvikar Georg Holkenbrink die Ausgabe.
Zudem investiere das Bistum im laufenden Haushaltsjahr 2012 jeweils rund eine Million Euro in die Begleitung und Unterstützung von Ehrenamtlichen sowie in den Aufbau von Dienstleistungen, die die Kirchengemeinden von Verwaltungsarbeiten entlasten sollten.Extra

Wechsel an der Spitze: War die gestrige Haushaltspressekonferenz die letzte von Generalvikar Georg Holkenbrink? Im Bistum kursieren Gerüchte, wonach der 50-jährige Prälat Mitte des Jahres neuer Chef des kirchlichen Gerichts (Offizialat) der Diözese Trier werden soll. Als neuen Generalvikar hat Bischof Stephan Ackermann angeblich Georg Bätzing vorgesehen, den Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt. sey

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