Trier/Mainz: Bistum Trier klagt über Kita-Gesetz

Trier/Mainz : Bistum Trier klagt über Kita-Gesetz

Das Bistum Trier sieht beim geplanten Kita-Gesetz in Rheinland-Pfalz noch viele Mängel. Der katholischen Kirche, die mit 335 Einrichtungen und Platz für über 28 000 Kindern der größte Träger im Raum Trier und Koblenz ist, reicht der Rechtsanspruch auf eine durchgehende Sieben-Stunden-Betreuung für Kinder nicht aus.

Cordula Scheich, Geschäftsführerin der Kita gGmbH Trier, hält die Regel zwar „grundsätzlich für eine gute Sache, weil sie den Nerv der Eltern trifft“. Dennoch sieht sie Probleme: Manche Eltern brauchten eine Betreuung ihrer Kinder von sieben bis 14 Uhr, andere von elf bis 18 Uhr. Kitas müssten daher für alle Eltern ein breit gefächertes Angebot vorhalten und einen großen Personalschlüssel. Dieser sei im Gesetzentwurf aber nicht vorgesehen. Pendlern nach Luxemburg brauchten längere Betreuungszeiten für ihre Kinder, „weil sie mit Fahrtzeit auf neun, zehn Stunden kommen, in denen sie ihr Kind nicht abholen können“.

Das Bistum zweifelt auch an, ob die Kitas genug Personal bekommen. An die Zahl von 3000 Erziehern, die das neue Gesetz schaffen soll, glaubt Binninger nicht, weil es an genügend Kräften auf dem Markt fehle. „Uns wandern Erzieher sogar noch nach Luxemburg ab. Für die Leute vor Ort wird der Druck steigen, was der Gesamtsituation nicht zuträglich ist“, sagt Georg Binninger (Leiter der Abteilung Kindertagesstätten), der multiprofessionelle Teams für Kitas anregt.

Da mit mehr Ganztagsplätzen zu rechnen sei, brauche es auch mehr Geld für die Küchen, als vom Land veranschlagt. Binninger sagt: „Alleine eine Industrie-Spülmaschine kostet 3500 Euro. Es ist abzusehen, dass die Kitas anfangs nicht allen Wünschen gerecht werden können und manche Kinder ein frisch gekochtes Essen bekommen, während anderen ein Lunchpaket zubereitet wird.“ Experten sprachen über das Kita-Gesetz auch bei einer Anhörung im Mainzer Landtag. Kommunen kritisierten hohe Kosten. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) spricht von einem „guten, zukunftsfesten Fundament“. 80 Millionen Euro pro Jahr will das Land künftig mehr in die Kindertagesstätten geben.

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