| 13:32 Uhr

Bistum: Vorwürfe von Missbrauch in früherem Internat

Gerolstein. In einem früheren katholischen Internat in Gerolstein hat es jahrelang Fälle von Missbrauch an Schülern gegeben. Die Vorfälle liegen schon Jahrzehnte zurück. Das hat das Bistum Trier dem „Trierischen Volksfreund“ (Freitag) auf Anfrage hin bestätigt. Demnach ging es um Faustschläge, unsittliche Berührungen im Schwimmunterricht und das Ziehen an Schläfenhaaren. „Wir haben diese Hinweise auf körperliche Züchtigung im Jahr 2010 erhalten“, sagte Bistumssprecherin Judith Rupp der Deutschen Presse-Agentur. Die Fälle sollen zwischen Mitte der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre passiert sein. Unter Verdacht stehen ein inzwischen verstorbener Ex-Direktor und ein damaliger Präfekt. Eine betroffene Person habe 2011 eine Entschädigung erhalten. Die Schule ist seit Jahren geschlossen. dpa

In einem früheren katholischen Internat in Gerolstein in der Eifel soll es Vorwürfen zufolge jahrelang Fälle von sexuellem Missbrauch und körperlichen Misshandlungen an Schülern gegeben haben. Das Bistum Trier bestätigte auf eine Anfrage des „Trierischen Volksfreunds“ hin entsprechende Hinweise. Die mutmaßlichen Vorfälle im „Albertinum“ liegen demnach Jahrzehnte zurück. Das Internat ist seit mehreren Jahren geschlossen. Wie viele Schüler insgesamt betroffen sein könnten, ist unklar.

Dem Bistum Trier zufolge ging es einerseits um den Vorwurf sexuellen Missbrauchs durch einen früheren Präfekten an einigen Internatsbewohnern zwischen 1965 bis Mitte der 1970er Jahre. Das habe ein anonymer Hinweis im Jahr 2010 ergeben. In den Jahren 2010 und 2012 habe das Bistum zudem Hinweise auf körperliche Misshandlungen erhalten - über die 2010 geschaltete Telefon-Hotline für Missbrauchsfälle sowie über Schreiben und Telefonate.

Beschuldigt werden ein ehemaliger Direktor und Priester, der 2007 verstorben ist, und ein früherer Präfekt, über dessen Verbleib das Bistum nach eigenen Angaben keine Informationen mehr hat.

Eine betroffene Person habe im Jahr 2011 eine Entschädigung erhalten, sagte Bistumssprecherin Judith Rupp der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage. „Es gab nur diesen einen Antrag.“ Über die Höhe der Entschädigung machte das Bistum keine Angaben.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Trier sagte, falls es zu diesen Vorgängen Justizakten gegeben haben sollte, wären sie gemäß der Vorschriften zur Aufbewahrung zum Großteil bereits vernichtet.

Im Jahr 2010 war die katholische Kirche von einem Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erschüttert worden. Seitdem ist der Trierer Bischof Stephan Ackermann Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs und kümmert sich um die bundesweite Aufarbeitung.

Bericht "Trierischer Volksfreund" über Missbrauch im Albertinum