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Bistumsspitze will im Streit mit den Mitarbeitern nicht einlenken

Bistumsspitze will im Streit mit den Mitarbeitern nicht einlenken

Zwischen der Trierer Bistumsleitung und der Gesamt-Mitarbeitervertretung gibt es Knatsch wegen einer banalen Pressemitteilung. Ein Vergleich ist am Widerstand der Kirchenoberen gescheitert. Der Bischof und sein Generalvikar wollen in dem Streit partout als Sieger vom Platz gehen.

Trier. In seiner Internetpräsentation gibt sich das Trierer Bistum alle Mühe. Da ist die Rede davon, dass man "ein attraktiver Dienstgeber" sein wolle und sich die Mitarbeiter möglichst "mit ihrer Arbeit und ihrem Dienstgeber in hohem Maße identifizieren" sollen. Klingt schön, doch in der Realität herrscht derzeit nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen zwischen der Bistumsspitze und zumindest Teilen der Mitarbeiterschaft.
Der Stein des Anstoßes liegt Monate zurück. Nachdem Generalvikar Georg Bätzing und seine Finanzchefin Kirsten Straus im Frühjahr schwarze Zahlen für den Haushalt voraussagten, stellte die Gesamtmitarbeitervertretung (GMAV) Umfang und zeitlichen Rahmen eines umfangreichen Sparpakets infrage. Nicht nur intern, sondern auch in einer Pressemitteilung unter der Überschrift "The same procedure as every year" - dieselbe Prozedur wie in jedem Jahr.
Die Überschrift und die Tatsache, dass die rund 2000 Mitarbeiter vertretende GMAV nicht nur intern mäkelte, sondern an die Öffentlichkeit ging, brachte die Bistumsoberen auf die Palme. Vor allem Generalvikar Bätzing soll vor Wut geschnaubt haben, ist zu hören. Der Verwaltungschef des Bischofs soll nun auch einer der Verantwortlichen dafür sein, dass ein vom kirchlichen Arbeitsgericht in Mainz vorgeschlagener Kompromiss nicht zum Tragen kommt. Statt dessen wird das Gericht nun voraussichtlich Anfang November über den Trie rer Streit entscheiden.
Durch die Weigerung der Bistumsspitze dürfte die mediale Aufmerksamkeit bei der öffentlichen Verhandlung groß sein. Schon jetzt sind die Zugriffszahlen auf die im Internet stehende GMAV-Pressemitteilung, die vorher kaum jemand zur Kenntnis genommen hat, in die Höhe geschnellt.

Die Pressemitteilung finden Sie unter diesem Link auf der Internetseite der GMAV