Trier/Bitburg: Blitzer erwischen mehr Raser und lassen Landeskasse klingeln

Trier/Bitburg : Blitzer erwischen mehr Raser und lassen Landeskasse klingeln

Immer mehr Autofahrer gehen beweglichen Radarfallen ins Netz. Der Druck wirkt, glaubt Innenminister Roger Lewentz (SPD). Denn die Zahl der Unfälle sinkt drastisch.

Die weißen Kästen stehen meist auf Autobahnen wie der A 1 bei Wittlich und leuchten rot auf, wenn ein Autofahrer zu schnell an ihnen vorbeidüst. Seit gut einem Jahr setzen alle Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz zwei bewegliche Blitzer ein, um Temposünder zu erwischen. Immer mehr Raser gehen den Radarfallen dabei ins Netz, wie die Zahlen zu Verkehrsunfällen zeigen, die Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag in Mainz vorgestellt hat.

2018 landeten danach rund zwei Millionen Raserfälle bei der Zentralen Bußgeldstelle des Landes, wo es im Vorjahr noch 1,6 Millionen waren. Die Behörde verhängte 29 763 Fahrverbote und 420 544 Bußgeld-Bescheide, die zugleich die Kasse des Landes klingeln lassen. Die Einnahmen durch Temposünder stiegen von 58 Millionen Euro auf 73,3 Millionen Euro. Aus der Region Trier wurden in fast 255 000 Kontrollen Temposünder erwischt. Neben diesen Kontrollen gibt es auch noch lokale Blitzer wie in der Stadt Trier.

Innenminister Roger Lewentz sagte: „Wir stellen die Geräte nicht auf, um Autofahrer abzuzocken, sondern um Unfälle aufgrund zu hoher Geschwindigkeit zu senken.“ Das ist im vergangenen Jahr geglückt. Landesweit sank die Zahl von Zusammenstößen, weil Fahrer rasten, um 2163 auf 10 218. Einen Rückgang sieht Lewentz besonders auf den Autobahnen. „Unser Flächendruck auf Raser wirkt“, findet der SPD-Politiker.

Temposündern drohen nun neue Kontrollen: Vom Innenministerium heißt es auf TV-Anfrage, man denke daran, jedem Polizeipräsidium je einen zusätzlichen dritten Trailer zu beschaffen. Zuvor solle sich bei der Zentralen Bußgeldstelle aber ein neues Software-System einspielen. Ein Tempolimit, wie es die Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler (Bernkastel-Kues) auf Autobahnen fordert, lehnt Lewentz dagegen ab.

Landesweit gab es durch Unfälle im vergangenen Jahr weniger Tote, aber mehr Verletzte. 166 Menschen starben durch die Folge von schweren Verkehrsunfällen, elf weniger als im Vorjahr. In der Statistik, die Rheinland-Pfalz seit 1953 erhebt, ist das der zweitniedrigste Stand. Mehr als 3600 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt.

Während bei jungen Leuten zwischen 18 und 24 Jahren die Zahl der Unfälle sinkt, ist sie bei den Senioren um 698 (2,5 Prozent) auf fast 28 500 hochgeschnellt. Der Trend bildet sich auch in der Region Trier ab. Führerscheintests für Senioren lehnt Lewentz aber ab. Er spricht von „Altersdiskriminierung“ und setzt auf mehr Prävention.

Im Raum Trier sank die Zahl der Unfälle leicht um 120 auf 24 089, mit 35 Menschen starben mehr als im Jahr zuvor (29). Häufigster Grund für Crashs war zu geringer Sicherheitsabstand. Das Land will nun eine weitere Messanlage anschaffen.

Auch die lokalen Polizeiinspektionen stellten ihre Verkehrsunfallzahlen 2018 vor. Je nach Gebiet unterscheiden sich die einzelnen Trends:

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