Blut tut Not

TRIER. Zu wenige Trierer spenden jetzt, in den Sommerferien, Blut. Einschränkungen in der ärztlichen Versorgung wie derzeit in Nordrhein-Westfalen werden an der Mosel allerdings nicht befürchtet.

In Nordrhein-Westfalen reicht die Blutversorgung für Kliniken derzeit nur noch für zwei Tage im Voraus - normal sind ein bis zwei Wochen. Der Grund: Sehr viel weniger Leute als sonst kommen zu den Blutspendeterminen. Auch in Rheinland-Pfalz kennt man dieses Problem. "Bei anhaltend niedrigen Spenderzahlen könnte es zu Einschränkungen für die Versorgung in den Krankenhäusern kommen", befürchtet Petra Witt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Trier. Schuld sei der heiße Sommer, erklärt sie. Bei den hohen Temperaturen im Juli hätten Blutabnahmen vor allem bei älteren Menschen den Kreislauf gefährdet. Jüngere potenzielle Spender erholten sich derweil oft im Urlaub. Aber nicht nur die daraus resultierenden geringen Spenderzahlen sind ein Problem. "Es passieren viel mehr Verkehrsunfälle in den Sommermonaten", sagt Petra Witt. Deshalb forderten viele Kliniken mehr Blut an als sonst. In Trierer Kliniken gibt es im Augenblick allerdings noch keine Probleme bei der Versorgung. "Die Krankenhäuser helfen sich im Notfall gegenseitig mit Blutvorräten aus", sagt Christel Kirchartz vom Labor des evangelischen Elisabeth-Krankenhauses in Trier. Vorerst seien keine Engpässe zu erwarten. Ähnlich gelassen beurteilt Walter Hohl vom DRK Rheinland-Pfalz die Lage. Zwar hätten zu wenig Menschen während der Fußball-WM gespendet, doch habe sich die Situation dank deutschlandweiter Aufrufe etwas entspannt. "Klar spielt dabei auch das kühlere Wetter eine positive Rolle", sagt Hohl. Im Klinikbetrieb in Rheinland-Pfalz werde es vorerst keine Einschränkungen geben, verspricht er - auch, weil in der Urlaubszeit weniger Operationen geplant seien. "Ich gehe davon aus, dass sich die Situation bis Ende August wieder entspannen wird", sagt Hohl. Dann werden wohl auch wieder mehr Trierer Blut spenden gehen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 28. August von 13 bis 20 Uhr in der Aula der Berufsbildenden Schule am Paulusplatz.

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