Bodenrichtwerte: Bodenpreise steigen - Bauen wird ab 2020 in Region Trier teurer

Kostenpflichtiger Inhalt: Wirtschaft : Bodenpreise steigen: Bauen wird ab 2020 in der Region Trier noch teurer

In den vier Landkreisen wird Bauland kommendes Jahr im Schnitt rund fünf Prozent teurer. In Trier könnten die Preise durch die Decke gehen, wenn kein neues Baugebiet ausgewiesen wird.

Wer sein Geld in Bauland, Äcker oder Wald investiert hat, der dürfte mit der aktuellen Entwicklung ziemlich zufrieden sein. Und wer kaufen will, sollte sich sputen. Denn wie eine TV-Recherche zeigt, werden die Bodenpreise weiter steigen.

So geht es aus noch unveröffentlichten Daten des Gutachterausschusses Westeifel-Mosel, der für die vier Landkreise der Region Trier zuständig ist, hervor, dass die Bodenrichtwerte  zum 1. Januar 2020 im Schnitt um mehr als fünf Prozent angehoben werden: In Trier-Saarburg wird Wohnbauland voraussichtlich um 7,5 Prozent teurer, im Eifelkreis Bitburg-Prüm um 6,2 Prozent, im Kreis Bernkastel-Wittlich sowie in der Vulkaneifel um je vier Prozent. Das gilt für noch unbebautes Land ebenso wie für Grundstücke, auf denen bereits Häuser stehen.

Alle zwei Jahre verabschiedet der Ausschuss neue Bodenrichtwerte. Tausende Kaufverträge wertet er dafür aus – es handelt sich also nicht um Schätzungen, sondern um Zahlen, die das tatsächliche Marktgeschehen abbilden. Trotz der steigenden Tendenz gibt es regional riesige Unterschiede. So sind Preisniveau und -steigerung rings um Trier, in der Nähe zu Luxemburg oder auch in Bitburg deutlich höher als in schrumpfenden Kleinst-Dörfern oder in Gemeinden, die wie Arzfeld weit ab vom Schuss liegen.

Ein extremer Sonderfall ist die Stadt Trier. Allein 2018 haben die Grundstückspreise dort um durchschnittlich zwölf Prozent zugelegt. Auch in der Moselmetropole muss man jedoch genauer hinsehen: Seit 2010 sind die Richtwerte in den Stadtteilen Ehrang, Pfalzel und Biewer um nur fünf Prozent gestiegen, in den übrigen Randlagen um 43 Prozent und in der Innenstadt um mehr als 80 Prozent. Zwar liegen die Werte für 2020 noch nicht vor, doch steht jetzt schon fest: Ein Ende der Preisspirale ist nicht abzusehen. Denn Bauland ist extrem knapp.

So gibt es laut Trierer Gutachterausschuss für die letzten vier zu vergebenden Baugrundstücke auf der Tarforster Höhe mehr als 80 Bewerber. „Wenn das Baugebiet Brubacher Hof nicht kommt, dann gehen die Preise durch die Decke. Trier braucht neues Bauland“, sagt ein Sprecher des Ausschusses. Investoren suchen händeringend nach Plätzen für große Komplexe voller Eigentumswohnungen.

In der Fußgängerzone sind die Preise bereits jetzt außerordentlich: „Wir haben die höchsten Bodenrichtwerte und höchsten Ladenmieten in ganz Rheinland-Pfalz“, teilt der Gutachterausschuss mit. Wer zwischen Hauptmarkt und Glockenstraße einen Quadratmeter Grund kaufen möchte, zahlt dafür aktuell 9400 Euro. Der Grund: Trier ist attraktiv, alles konzentriert sich auf wenige Straßen und die Stadt hat ein riesiges Umland ohne Konkurrenz – denn Luxemburg ist den meisten zu teuer.

Apropos. In Trier spielen Luxemburger beim Kauf von Bauland erstaunlicherweise kaum eine Rolle. Im Kreis Trier-Saarburg hingegen sind laut Landesgrundstücksmarktbericht 2019 rund acht Prozent der Grundstückskäufer Luxemburger.

Auch Landwirte bekommen es in Grenznähe zu spüren, dass Kollegen aus dem Großherzogtum mehr Geld bieten können, um Land zu erwerben. Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen, dass Kaufwerte für Agrarflächen 2018 zum siebten Mal in Folge stiegen.

Nicht nur bei Äckern und Grünland – auch bei Waldstücken beobachtet der Gutachterausschuss Westeifel-Mosel, dass vermehrt Investoren „die von irgendwoher kommen“ hektarweise Land kaufen, um ihr Vermögen sicher anzulegen.

In einer kleinen Serie wird der TV in den  kommenden Wochen auch Immobilienpreise und Mieten in der Region beleuchten.

Auf der Webseite BORIS.RLP des Landes Rheinland-Pfalz können genaue Informationen über Grundstückswerte in einzelnen Straßen eingesehen werden.

Mehr von Volksfreund