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Bombenfund in Trier: Schwierige, aber gelungene Entschärfung

Bombenfund in Trier: Schwierige, aber gelungene Entschärfung

Als schwierig erwies sich die Entschärfung der Fliegerbombe, die am Mittwoch in der Trierer Güterstraße gefunden worden war. Erst um 23.35 Uhr war die Gefahr gebannt.

Diesmal war die Aufgabe, die die vier Männer vom Kampfmittelräumdienst (KMRD) erledigen mussten, besonders gefährlich: "Eine so schwierige Entschärfung haben wir nur rund alle fünf Jahre", sagte KMRD-Chef Horst Lenz. Denn die britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wartete mit Besonderheiten auf: Den Zünder hatten vermutlich russische Kriegsgefangene, die im Krieg zum Munitionsräumen gezwungen wurden, so manipuliert, dass schon eine leichte Erschütterung eine Explosion hätte auslösen können.

Zum anderen hatte sich das Bleiazid der Sprengkapsel in Spuren von hochexplosivem Kupfersalz verwandelt. Und so dauerte die Entschärfung - häufig eine Sache von wenigen Minuten - lange: Um 22 Uhr hatte der Kampfmittelräumdienst damit begonnen, den Zünder von der Sprengladung zu trennen.

Um 23.35 Uhr kam die Entwarnung: Die Bombe ist entschärft. Mit einem lauten Knall hatten die Experten kontrolliert und wie geplant die Zündladung vor Ort gesprengt. Die Bombe mit dem eigentlichen Sprengstoff kommt per LKW in ein Munitionslager nach Koblenz.

Ab 23.40 Uhr konnten die 4000 evakuierten Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen. 130 Feuerwehrleute, 80 Polizisten und etliche Hilfskräfte von DRK, Technischem Hilfswerk, den Maltesern und den Johannitern hatten zuvor für eine reibungslose Evakuierung der knapp 40 Straßenzüge in Trier-Ost und Mitte/Gartenfeld gesorgt. Auch der Bahnhof war gesperrt, das Alleencenter geräumt.

Mehr als 60 bettlägerige und kranke Anwohner mussten mit Krankenwagen in die Sammelstellen gebracht werden. Um schneller durchzukommen, schalteten die Krankenwagen teilweise Blaulicht und Martinshorn.