Botschafter sauer

TRIER/QUITO. (sey) Der deutsche Botschafter in Ecuador hat die Ermittlungen im Fall der an Weihnachten getöteten jungen Frau aus Föhren (Kreis Trier-Saarburg) scharf kritisiert. Das berichten lokale Medien.

Die offenkundig schludrigen Ermittlungen der ecuadorianischen Polizei im Fall der am ersten Weihnachtstag in ihrem Hotel ermordeten Studentin Anja S. sorgen in der Hauptstadt Quito weiter für Schlagzeilen. Ungewöhnlich scharf kritisierte der deutsche Botschafter Bernd Sproedt die Arbeit der Ermittler. Er sei "unzufrieden mit der Untersuchung", sagte Sproedt nach Angaben der Tageszeitung "El Comercio". Es gehe nur sehr langsam voran, obwohl die Botschaft bereits mehrere Male interveniert habe. Die augenblickliche Situation sei für beide Länder sehr Besorgnis erregend und könne negative Auswirkungen auf den Tourismus haben, sagte der deutsche Botschafter. Über die möglichen Hintergründe des Todes der jungen Föhrenerin, die an einer Messerstich-Verletzung starb, gab es bislang von offizieller Seite unterschiedliche Versionen (der TV berichtete mehrfach). Zuletzt hatte es geheißen, drei längst wieder abgereiste Bekannte der Studentin könnten etwas mit der Bluttat zu tun haben. Eine Version, die deutsche Ermittler nach Informationen unserer Zeitung für abwegig halten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mord noch aufgeklärt wird, wird in Botschaftskreisen angeblich als gering eingestuft.