Brauer beklagen schwierige Zeiten

Brauer beklagen schwierige Zeiten

Der Deutsche Brauerbund spricht auf seiner Jahrestagung von einer schwierigen Lage in der Bierbranche und rechnet mit Preiserhöhungen. Für die Bitburger Brauerei ist das Thema "Bierpreiserhöhungen" dieses Jahr noch kein Thema.

Darmstadt/Bitburg. (dpa/hw) Die Stimmung in der deutschen Bierbranche ist getrübt. Dies zeigt sich bei der Tagung des Deutschen Brauerbundes in Darmstadt. Demnach müssen sich die deutschen Biertrinker auf höhere Preise einstellen. Angesichts gestiegener Rohstoffkosten etwa beim Malz und des sinkenden Absatzes stünden die Brauereien unter Druck, sagten Vertreter des Deutschen Brauer-Bundes am Donnerstag. Auch der Vertrieb sei teurer geworden. Unternehmerisch bleibe keine andere Wahl, als die Preise anzuheben.

Die Bitburger Brauerei wird sich dieser Entwicklung aber zunächst nicht anschließen. Auf Anfrage sagte Bit-Pressesprecherin Kerstin Flötner dem TV: "In diesem Jahr ist für Bitburger keine Bierpreiserhöhung geplant. Was im nächsten Jahr geschieht, hängt davon ab, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln."

Zudem kommen die Bitburger angesichts der allgemeinen Entwicklung mit dem Absatz in den ersten Monaten noch zurecht. "Bisher sind wir mit dem Verlauf des Jahres zufrieden. Dennoch bleiben wir bei unserer Einschätzung: 2009 wird insgesamt ein schwieriges Jahr. Es bleibt daher abzuwarten, wie die Konsumkrise sich weiterentwickelt", sagte Flötner. Im vergangenen Jahr sank der Bier-Absatz der Bitburger Gruppe um 2,6 Prozent auf 7,4 Millionen Hektoliter. Als einzige Brauerei der Gruppe legte Wernesgrüner zu (plus 10,1 Prozent). Köstritzer (minus 1,8 Prozent), Bitburger (minus 2,8), Licher (minus 3,8) und König (minus 7) verkauften dagegen weniger Bier als im Vorjahr.

Im Brauer-Bund sind die größeren Unternehmen in Deutschland vertreten. Er repräsentiert nach eigenen Angaben rund 450 der etwa 1320 Brauereien.

In Deutschland sank der Bierabsatz im ersten Quartal 2009 auf ein historisches Tief. Der Bierdurst der Deutschen geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank von 151 Liter im Jahr 1976 auf 111 Liter im Jahr 2008. "Hinzu kommt noch das totale Rauchverbot", sagte Brauer-Bund-Präsident Wolfgang Burgard (Holsten-Brauerei). "Das hat uns in der Gastronomie mehr geschadet als die Wirtschaftskrise." Die Brauereien hofften nun auf ein "halbwegs vernünftiges Sommergeschäft", damit am Jahresende ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden könne.

Wie die Bitburger Brauerei ihr künftiges Sport-Sponsoring plant, lesen Sie auf Seite 15.

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