Brennende Felder, Ernte-Einbußen: Bauern in Rheinland Pfalz leiden unter Klimawandel

Trockenheit : Brennende Felder, Ernte-Einbußen: Bauern in Rheinland Pfalz leiden unter Klimawandel

Viele Flächen in der Region standen zuletzt in Flammen, weil Maschinen überhitzten. Immer mehr Landwirte wappnen sich gegen die Gefahr. Doch das Wetter bleibt weiter trocken.

Die Feuerwehr in der Region muss in diesem Sommer außergewöhnlich oft zu Einsätzen ausrücken, weil Getreidefelder brennen und sich die Brände ausweiten. Manfred Zelder, Vizechef des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, fürchtet eine Zunahme der Feuer. „Der Klimawandel schlägt erbarmungslos zu“, sagt der Wittlicher. Viele Mähmaschinen streikten bei Temperaturen über 40 Grad, Kühlanlagen gingen kaputt. Da Böden aufgrund des fehlenden Regens knochentrocken seien, sieht der Wittlicher die Brände „in einer neuen Dimension“.

Heuballenpressen lösen Flächenbrände aus - Zwei Traktoren und ein Hochsitz verbrannt

Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, spricht von Gefahren für die Bevölkerung, wenn Menschen nahe an brennenden Flächen leben. Er rät, nicht unachtsam Glas oder Zigarettenkippen wegzuwerfen und Autos mit heiß gelaufenen Motoren nicht auf bewachsenen Stellen zu parken, da die Hitze ausstrahlen könne.

Landwirten rät er, Pflüge bereitzuhalten, um Feuer mit Schneisen zu bekämpfen. „Wir müssen damit rechnen, dass uns solche Notrufe häufiger erreichen. Für die Feuerwehr, der es an Nachwuchs fehlt, ist das eine zusätzliche Belastung“, sagt Hachemer. Geht es nach Zelder, stellen sich immer mehr Bauern darauf ein, füllen Gülle­fässer mit Wasser und helfen der Feuerwehr bei Einsätzen. „Für die Landwirte bedeuten Brände hohen Schaden, da ganze Flächen abbrennen und Maschinen ausfallen“, sagt Zelder.

Auch sonst spüren Bauern den Klimawandel am eigenen Leib. „Nahezu alle landwirtschaftlichen Kulturen leiden unter der Trockenheit“, sagt Zelder. Da die Getreideernte bundesweit enttäuschend sei, könne für Verbraucher der Mehlpreis steigen. Beim Obst spricht der Verband von einem guten Ertrag. Starkregenfälle mit Hagel trübten in Teilen der Region hingegen die Ernte.

Winzer sagen wiederum, dass die andauernde Hitze viele Beeren beschädigt habe. TV-Wetterexperte Dominik Jung erwartet in den kommenden Tagen keine Hitzewelle in der Region, „aber auch keinen flächendeckenden, ergiebigen Regen“.

Mehr von Volksfreund