Brummis müssen stehen bleiben

LUXEMBURG. Der LKW-Verkehr macht den Luxemburgern zu schaffen. Nicht nur, dass die Brummis trotz Verbots die Transitstrecken verlassen, auch halten sich immer weniger von ihnen an das Sonntags-Fahrverbot.

Luxemburg hat ein Verkehrsproblem. Die wenigsten Autofahrer, die die Straßen des Großherzogtums benutzen, sind Einheimische. Die meisten kommen aus Deutschland, Frankreich oder Belgien zum Arbeiten oder aber zum Tanken ins Großherzogtum. Auch die LKW, die zunehmend die Autobahnen verstopfen, benutzen das Ländchen als Durchgangsstation auf dem Weg nach Frankreich, Spanien oder in die andere Richtung in die Niederlande oder nach Großbritannien. Vor allem die Brummi-Fahrer machen den Luxemburgern zu schaffen. Offensichtlich hielten sich immer weniger von ihnen an das Sonn- und Feiertagsfahrverbot, sagte Verkehrsminister Lucien Lux. Viele LKW-Fahrer wissen demnach nicht, dass die Lastwagen an Wochenenden nicht durch das Land fahren dürfen. Da in Belgien und den Niederlanden kein generelles LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen herrscht, fahren viele Brummi-Fahrer aus dieser Richtung durch Luxemburg bis vor die französische oder deutsche Grenze und parken dort ihren Laster. Dass es ein LKW-Fahrverbot in Deutschland und Frankreich gebe, wüssten die meisten, sagt Lux. Nicht aber, dass ein solches auch im Großherzogtum bestehe. Folge: Sonntags herrscht auf den luxemburgischen Autobahnen oft reger Brummi-Verkehr. Und nicht nur dort. Viele LKW-Fahrer verlassen trotz strenger Vorschriften die vorgeschriebenen Routen und fahren etwa zum günstigen Tanken in Orte hinein, obwohl es verboten ist. LKW über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht dürfen, wenn sie Luxemburg durchfahren, seit geraumer Zeit nur noch ausgeschilderte Autobahnen und Schnellstraßen benutzen. Ortsdurchfahrten oder Landesstraßen sind nach dieser Verordnung für Brummis tabu. Gegen diese Regelung hatte der deutsche Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung bereits mehrmals erfolglos protestiert. Damit werde der freie Warenverkehr eingeschränkt. Keine gemeinsame Regelung mit Nachbarn

Lux kündigte auf die parlamentarische Anfrage des Liberalen-Abgeordneten Xavier Bettel härtere Strafen an. Die Bußgelder seien im Vergleich zu anderen Ländern zu niedrig, sagte der Minister. Außerdem soll es den Zollbeamten bei der Grenzkontrolle möglich sein, Bußgelder zu erheben. Für eine einheitliche Regelung mit den Nachbarländern sieht Lux keine Chance. Kürzlich wurde bereits über die Einführung einer LKW-Maut für die drei Benelux-Staaten diskutiert. Auch diese hält der Minister für nicht realisierbar.