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Büchel: Zweiter Horrorunfall innerhalb von acht Tagen

Büchel: Zweiter Horrorunfall innerhalb von acht Tagen

Sieben Soldaten der Bücheler Bundeswehrkaserne sind bei einem schweren Verkehrsunfall nahe Laubach verletzt worden, drei davon schwer. Die Soldaten im Alter von 19 bis 27 Jahren gehörten einer 17-köpfigen Marschkolonne an, die sich am Mittwochabend auf einem Nachtmarsch an der Landesstraße 95 zwischen Lirstal und Laubach bewegte.

Ein 42-jähriger aus dem Kreis Mayen-Koblenz ist um 18.40 Uhr mit seinem Auto an einer schwer einsehbaren Stelle von hinten in die Gruppe und erwischte diejenigen Soldaten, die der Fahrbahn am nächsten waren.

Die Kolonne war in Zweierreihen in Fahrtrichtung unterwegs, was laut Straßenverkehrsordnung so vorgeschrieben ist. "Marschierende Verbände müssen entgegen der sonstigen Regel für Fußgänger ausschließlich den rechten Fahrstreifen nutzen, auch außerhalb geschlossener Ortschaften", sagte ein Polizeisprecher. Und: Sie sind wegen ihrer Außenmaße so zu betrachten "wie ein reguläres Fahrzeug".

Außerdem müssen sie nach vorn mit weißem Licht, nach hinten durch Leuchten mit rotem Licht oder gelbem Blinklicht kenntlich gemacht werden. "Das ist der Fall gewesen, die Soldaten waren mit Reflektorbändern, mit Taschenlampen und sogenannten Knicklichtern ausgerüstet", sagte der Pressesprecher des Geschwaders in Büchel, Hauptmann Thomas Müllen.

Auch die beiden Soldaten im letzten Glied seien so zu sehen gewesen. Das bestätigt auch die Polizei. "Die Soldaten trugen unter anderem reflektierende Bänder an Hüfte und Rucksack", sagte Norbert Puth, stellvertretender Leiter der Cochemer Polizei.

Das herannahende Auto sei vom Letzten der Kolonne angesagt worden, eine Ausweichmöglichkeit habe jedoch nicht mehr bestanden. Der Autofahrer seinerseits sagte laut Polizei aus, er habe gedacht, dass er ein Wildtier gesehen habe und sei deswegen irritiert gewesen. Nach Auskunft der Polizei stand der Unglücksfahrer weder unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol.

Entgegen ersten Angaben ist keiner der Soldaten lebensgefährlich verletzt worden, drei von ihnen mussten im Bundeswehrzentralkrankenhaus, weitere in anderen Krankenhäusern behandelt werden. Am Morgen nach dem Unfall forderte die Staatsanwaltschaft weitere Untersuchungen vor Ort. Ein Gutachter inspizierte gemeinsam mit der Polizei die Landesstraße 95. Bereits am Vorabend wurden die relevanten Stellen auf der Straße markiert, die jeweiligen Abstände maß der Gutachter neu ein und fotografierte die verschiedenen Stellen. Laut Polizei kann so am Computer der Unfall genau rekonstruiert werden. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den 42-jährigen Fahrer aufgenommen, es geht um eine mögliche fahrlässige Körperverletzung.

Vor acht Tagen war ein Tornado des Bücheler Geschwaders beim Landeanflug abgestürzt. Die beiden Piloten hatten sich mit dem Schleudersitz retten können. Die Absturzstelle ist knapp zwei Kilometer von der Unfallstelle entfernt.