Bürger beklagen hohen Stundenausfall an den Schulen

Bürger beklagen hohen Stundenausfall an den Schulen

In einer bundesweiten Umfrage des Instituts Allensbach zur Schulpolitik der Bundesländer bekommt Rheinland-Pfalz nur durchschnittliche Noten. Der Wunsch nach Verbesserungen beim Unterrichtsausfall und nach kleineren Schulklassen ist hierzulande besonders hoch.

Mainz/Berlin. Bei der Umfrage im Rahmen des Wettbewerbs "Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ" des Deutschen Philologenverbandes und der Vodafone-Stiftung sind bundesweit 2262 Bürger, davon 104 in Rheinland-Pfalz, befragt worden. Die Ergebnisse sind am Mittwoch in Berlin vorgestellt worden.

Insgesamt bewerten die Befragten die Schulpolitik der Landesregierungen mit Noten im Bereich befriedigend bis ausreichend. Am besten schneidet Bayern (3,29) vor Hessen (3,35) und Sachsen (3,37) ab. Rheinland-Pfalz belegt mit der Note 3,52 Rang sieben. 61 Prozent der Teilnehmer meinen, dass die Verantwortung für die Schulpolitik, die Ländersache ist, besser bei der Bundesregierung liegen sollte.

Reformen einiger Länder im Schulsystem, bei denen Haupt- und Realschulen zusammengelegt werden, stoßen überwiegend auf Skepsis. In Rheinland-Pfalz gibt es neue Realschulen plus, mittelfristig sollen die Hauptschulen abgeschafft werden. Die Bürger hegen keine großen Erwartungen. Nur 32 Prozent der Befragten glauben, dass Hauptschüler künftig bessere Bildungschancen haben. Die Hälfte erwartet keine Änderungen.

Bei der Frage nach Verbesserungsbedarf an den Schulen gibt es klare Tendenzen. 73 Prozent der Umfrage-Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz sehen den Unterrichtsausfall als vordringliches Problem. Zum Vergleich: Im Saarland sehen nur 34 Prozent diesbezüglich Handlungsbedarf. Auch der Wunsch nach kleineren Schulklassen steht hierzulande bei den Bürgern ganz oben auf der Liste. 68 Prozent der befragten Rheinland-Pfälzer bezeichnen das als Problem, in Thüringen sind es nur 44 Prozent.

Das Bildungsministerium betrachtet diese Zahlen als Beleg dafür, dass das Land bundesweit mit die detaillierteste Darstellung der Unterrichtsversorgung liefere. "Die hohe Transparenz und die Vielzahl der Daten spielen eine große Rolle im Bewusstsein der Bürger", sagt Sprecher Wolf-Jürgen Karle. Allerdings werde auch gesehen, dass die Unterrichtsversorgung "eine hohe, wenn nicht die höchste Priorität genießen muss". Das Land habe trotz rückläufiger Schülerzahlen 5000 Lehrer mehr als vor zehn Jahren. Zweifel äußert der Sprecher des Ministeriums an der Repräsentativität der Umfrage. "Es sind nur 104 Eltern befragt worden, von denen nur 25 schulpflichtige Kinder haben."

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