Bund plant Dosenpfand-Reform

Bund plant Dosenpfand-Reform

Nach Ansicht des Bundesumweltministeriums ist das Dosenpfand schuld daran, dass weniger Mehrwegflaschen gekauft werden. Es will Händler nun verpflichten, ihre Ware besser auszuzeichnen.

Vor zehn Jahren führte die rot-grüne Bundesregierung das Dosenpfand ein, heute sind statt - wie gewollt - mehr deutlich weniger Mehrwegverpackungen im Handel. Eine Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung zeigt, dass der Anteil der Mehrwegflaschen gesunken ist: zwischen 2004 und 2010 von 71 auf 50 Prozent. Die Ursache sieht das heute CDU-geführte Bundesumweltministerium darin, dass es vielen Verbrauchern nicht bewusst sei, wenn sie zur Wegwerfware greifen. Zum einen, weil die Kennzeichnung mangelhaft sei. Zum anderen, weil jene Regeln, die festlegen, für welche Flasche welches Pfand zu zahlen ist, kompliziert und voller Ausnahmen sind.Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will daher noch vor der Bundestagswahl eine Verordnung durchsetzen, über die das Bundeskabinett nach Informationen des Volksfreunds am Mittwoch entscheidet: Geschäfte sollen ihre Ware künftig besser kennzeichnen. Im Klartext: Neben den großen Preistafeln über den billigen Wassersortimenten soll es dann ebenso groß und gut sichtbar heißen: "Einweg" oder "Mehrweg". Nach dem Kabinett müssen auch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Während sich die Mehrwegbranche freut, ist der Einzelhandelsverband nicht begeistert. Rechnet das Ministerium für alle betroffenen Geschäfte doch mit einmaligen Kosten in Höhe von insgesamt 5,6 Millionen Euro. Der Gerolsteiner Brunnen, der zu 80 Prozent Mehrwegflaschen verkauft, bewertet die Folgen des Dosenpfands anders als Altmaier. Die Regelung habe dazu geführt, dass sich die Ökobilanz von Einwegverpackungen verbessert habe und der Wertstoffkreislauf geschlossen sei.
Der damalige Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) bezeichnet das Pfand als Erfolg - schließlich seien die Dosen weitgehend aus den Regalen verschwunden und Straßenränder, Parks und Wälder nicht mehr so vermüllt.
Hintergrund: Das große Pfandverwirrspiel

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